Erwitte und Warstein II ziehen Teams zurück

Oestereiden/Erwitte..  Dieser Aufstieg wird in die Annalen des Fußballkreises Lippstadt eingehen. Durch eine Verkettung mehrerer Entscheidungen abseits des Platzes wurde das geplante Relegationsspiel zwischen dem Tabellendritten der Kreisliga B und dem Vorletzten der Kreisliga A hinfällig. Ergebnis: Die SG Oestereiden/Effeln steigt in die Kreisliga A auf.

Was war passiert? Bereits seit mehreren Wochen gab es das Gerücht, das Westfalia Erwitte, Tabellenvorletzter der Kreisliga A Lippstadt, seine Mannschaft aus der Liga zurückziehen wolle. Sollte man sportlich den Abstieg vermeiden, würde dies per Antrag geschehen, andernfalls würde man darauf verzichten, zum Relegationsspiel anzutreten. Die Mannschaft hat einige Abgänge zu verzeichnen und möchte in der neuen Saison beide Seniorenmannschaften zusammenlegen, um einen Neuanfang in der Kreisliga B zu starten. „Rolf Militzer (Vorsitzender von Westfalia Erwitte, Anmerkung der Redaktion) hat mir nach dem letzten Spiel geschrieben, dass ich eine Mail bekommen würde, in der formell der Rückzug der ersten Mannschaft aus der Kreisliga A beantragt werde“, erklärte der Kreisvorsitzende Werner Fromme gestern Abend auf Anfrage unserer Zeitung.

Durch den Rückzug ergibt sich eine kuriose Situation: Westfalia Erwitte rückt damit automatisch auf den letzten Tabellenplatz, die Reserve des TuS Warstein, bislang mit sechs Punkten abgeschlagener Tabellenletzter, ist Vorletzter und damit berechtigt, im Relegationsspiel gegen die SG Oestereiden/Effeln anzutreten. Doch nach den Erfahrungen in dieser Saison, haben auch die Warsteiner auf diese Möglichkeit verzichtet und gestern Abend ebenfalls ihre Mannschaft per Mail aus der Kreisliga A zurückgezogen.

Dadurch war der Weg frei für die SG Oestereiden/Effeln. Trainer, Mannschaft und Vorstand wurden bereits in der Vorwoche von Werner Fromme darüber informiert, dass es sein könnte, dass sie direkt aufsteigen würde. So versammelte sich die SuS-Familie im Sportlerheim und wartete auf den entscheidenden Anruf. Um kurz nach 19 Uhr war es dann soweit. „Werner Fromme hat mit Erwitte und dem TuS Warstein gesprochen und uns zum Aufstieg gratuliert“, erklärte Rolf Benteler, Abteilungsleiter des SuS Oestereiden, wie ihn die Nachricht des kuriosen Aufstiegs erreichte.

Es dauerte jedoch bis kurz vor 22 Uhr, bis Fromme die Mail des TuS Warstein vorliegen hatte. „Damit ist der Rückzug perfekt“, vermeldet der Kreisvorsitzende. Zwar wollte die Mannschaft unbedingt im Relegationsspiel auflaufen, Vorstand und Trainer waren jedoch dagegen. „Wer weiß, ob wir in der nächsten Saison nicht noch schlimmer unter die Räder gekommen wären. Einige Spieler werden uns ja noch verlassen“, begründet Warsteins Vorsitzender Alois Grafe die Entscheidung des Vorstandes, die auch Ludger Reinecke als Trainer voll und ganz mitträgt: „Es hätte keinen Zweck gehabt, wenn wir drin geblieben wären.“ Relativ egal gewesen wäre es den Oestereidern. „Wir sind uns sicher, dass wir auch sportlich gegen Erwitte oder Warstein II gewonnen hätten,insofern nehmen wir den Aufstieg gerne an“, erklärte Rolf Benteler.

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