Erste Allagener Niederlage im Fußball-Jahr 2015

Durften in Allagen sage und schreibe acht Mal jubeln: Die Spieler des FC Arpe/Wormbach.
Durften in Allagen sage und schreibe acht Mal jubeln: Die Spieler des FC Arpe/Wormbach.
Foto: WP

Allagen..  Die positiven Eindrücke der letzten Wochen – mit einem Spiel wie weggewischt: Bezirksligist TuS GW Allagen, zuvor in sieben Spielen im Fußball-Jahr 2015 ungeschlagen, blamierte sich gestern Nachmittag gegen den FC Arpe/Wormbach bis auf die Knochen. Die Wessel-Elf kam im heimischen Waldstadion mit 1:8 (1:5) unter die Räder.

Peter Linnemann, Ehrenvorsitzender bei den Grün-Weißen, fühlte sich Mitte der zweiten Halbzeit an die letzte Saison erinnert: Damals unterlagen die Allagener – ebenfalls auf heimischem Platz – dem SV Schmallenberg/Fredeburg mit 4:7. Nach zehn Minuten hatte es bereits 0:4 gestanden.

So einen Fehlstart legte seine Mannschaft gestern gegen die in der letzten Woche gegen Warstein unterlegenen Arper zwar nicht hin, doch bei dem einen oder anderen grün-weißen Anhänger dürften gegen Ende der ersten Halbzeit echte Schwindelgefühle aufgekommen sein, so ließ sich die Heimmannschaft vorführen. Dabei hatten die Gastgeber ihrerseits in den ersten zehn Minuten zwei gute Möglichkeiten zur Führung, doch Torjäger Benedikt Heppe zögerte in der zweiten Minute zu lange mit seinem Abschluss und Linksfuß Jannik Lietz hämmerte das Leder nur fünf Minuten später freistehend am Gäste-Tor vorbei. Dann nahm das Unheil aus Allagener Sicht seinen Lauf. Nach Freistoß von Michael Pieper stand Alexander Schmidt am zweiten Pfosten sträflich frei und hatte keine Mühe, aus kurzer Distanz zum 0:1 einzunicken. Nun kam es knüppeldick für Grün-Weiß: Innerhalb von elf Minuten schraubten die Gäste das Ergebnis auf 5:0 in die Höhe. Der neutrale Beobachter rieb sich nur noch verwundert die Augen. Allagens Trainer Sebastian Wessel war nach Spielende schonungslos in seiner Analyse. „Von den fünf Gegentoren gehen drei bis vier auf die Kappe unseres Torhüters“, nahm sich Wessel Schlussmann Hennak Oel zur Brust. Aber nicht nur der Ex-Rüthener bekam sein Fett weg. Auch der Rest der Mannschaft, so Wessel, habe völlig „leblos“ agiert. Einzige Ausnahme: Mittelfeldspieler Timo Wächter, dem Wessel eine „ordentliche, kämpferische und läuferische Leistung“ bescheinigte. Immerhin gelang den Gastgebern kurz vor dem Pausenpfiff durch Florian Wienecke nach Schnöde-Ecke der Ehrentreffer.

Nach dem Seitenwechsel ging es für die Allagener dennoch nur noch um Schadensbegrenzung. Dieses Unterfangen klappte bis weit in die zweite Hälfte hinein eigentlich ganz ordentlich, ehe Arpe doch noch wieder die Lust am Toreschießen entdeckte. Der eingewechselte Yunus Kafaoglu mit dem 6:1 (74.), Carsten Franke per Elfmeter nach Foul von Wienecke an Erik Pieper zum 7:1 (82.) sowie Erik Pieper höchstpersönlich mit seinem dritten Treffer an diesem aus Allagener Sicht schaurigen Nachmittag mit dem 8:1 setzten dem Ganzen einen Schlusspunkt. Zurück blieben ratlose Allagener Spieler und Zuschauer.

Trainer Sebastian Wessel: „Den Sonntag hätte ich lieber irgendwo anders in der Sonne verbracht. Das war eine Frechheit von der gesamten Mannschaft. Über Fußball brauchen wir heute nicht zu sprechen, wir haben keinen gespielt.“

Über eine gelungene Reaktion seiner Mannschaft nach der unerwarteten Heimniederlage gegen Warstein freute sich derweil Arpes Trainer Jens Selter: „Die Leistung der Mannschaft war absolut in Ordnung. Die ersten beiden Szenen für Allagen waren so etwas wie ein Hallo-Wach-Effekt für uns. Nach dem 1:0 lief es quasi wie von selbst.“