Block ordnet an nach Derby-Pleite: Wunden lecken, Kopf frei bekommen

Foto: Jona Beckwermert WP
Was wir bereits wissen
Aufstiegstraum geplatzt! Mit ihrer vierten Saison- und der ersten Heimniederlage seit dem 25. Mai 2014 (2:3 gegen den BV Bad Sassendorf) verabschieden sich die Kreisliga-Fußballerinnen des TuS Warstein wohl endgültig aus dem Titelrennen. Am Tag nach dem 1:2 gegen den Stadtrivalen aus Belecke sprach unsere Zeitung mit Warsteins Trainer Frank Block.

Warstein.. Frage: Wie tief sitzt der Stachel der Enttäuschung noch?
Frank Block: Für uns war es ein sehr bescheidenes, langes Osterwochenende. Zunächst das Pokal-Aus, dann die Derby-Niederlage. Klar schmerzt das. Nicht nur bei mir als Trainer, sondern bei der gesamten Mannschaft. Das bittere daran: Jetzt haben wir erst in der nächsten Saison wieder die Gelegenheit, dieses gerade zu biegen.


Worin genau liegen die Gründe für den schwachen Auftritt ihrer Mannschaft?
Wir haben einfach nicht das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Es war schwer, den Belecker Abwehrriegel zu knacken. Und in der zweiten Halbzeit, da muss man auch ehrlich sein, hat uns neben der geistigen Frische auch die Kraft gefehlt. So ein Pokalspiel wie am Donnerstag, wo beide Mannschaften 120 Minuten hohes Tempo gegangen sind, steckst du so einfach nicht weg. Wir sind halt keine Profis. Anne Meier beispielsweise, die mit ihren 32 Jahren zu den ältesten Spielerinnen in unserem Kader gehört, kam nachher zu mir und sagte: Trainer, mir tun alle Knochen weh... Ich habe der Mannschaft für heute auch trainingsfrei gegeben. Zum einen, um die Wunden zu lecken, zum anderen, um den Kopf wieder frei zu bekommen. Wir schütteln uns jetzt alle einmal und greifen dann wieder an.


2:2 im Hinspiel in Belecke, jetzt eine 1:2-Heimniederlage: Ist und bleibt der TuS Warstein dennoch die Nummer eins im Stadtgebiet?
Ich denke, so etwas sollte man nicht von ein oder zwei Spielen abhängig machen. Wenn man sich die Tabelle genauer betrachtet, werden die wahren Kräfteverhältnisse schon recht deutlich.


Aus im Kreispokal, jetzt auch noch das vorzeitige Aus im Titelrennen: Kann man dennoch von einer guten Saison sprechen?
Bislang ist es eine gute Saison. Wir müssen jetzt nur aufpassen, dass wir den guten Gesamteindruck uns selber nicht kaputt machen. Wirklich Chancen auf den Aufstieg haben wir uns ehrlich gesagt nicht ausgerechnet. Dazu hatten wir auch mit zu großem Verletzungspech in den letzten Wochen und Monaten zu kämpfen. Eine Jenny Walter oder eine Marie Koerdt, beides absolute Leistungsträgerinnen in unserer Mannschaft, standen uns wochen- bzw. monatelang nicht zur Verfügung. So etwas können wir trotz unseres relativ großen Kaders nicht kompensieren. Hinzu kamen im Saisonverlauf die Sperren gegen Anne Meier und Daniela Rinkowski. Es ist also nicht alles so gelaufen, wie wir uns das erhofft hatten.


Und wie sehen die Zukunftsplanungen aus?
Wir wollen diese Saison mit Anstand zu Ende bringen, so viele Spiele wie möglich noch gewinnen und dem einen oder anderen von oben noch in die Suppe spucken. Und im nächsten Jahr setzen wir uns dann wieder neue Ziele. Mit Marline Menke und Lena Kellerhoff bekommen wir zwei hochtalentierte junge Spielerinnen im Sommer dazu. Die beiden führen in ihren jeweiligen Ligen die Torschützenliste an. Auch die wöchentliche Trainingsarbeit mit unserer B-Juniorinnen-Mannschaft wollen wir weiter intensivieren, weil den Mädels ganz klar die Zukunft gehört.


Klingt so, als wenn Frank Block ein weiteres Jahr Damentrainer am Herrenberg bleiben würde...
Eigentlich spricht nichts dagegen. Und ein anderer will den Job ja ohnehin nicht machen (Block lacht). Ich denke, wir werden uns im Mai mal zusammen setzen und uns dann relativ schnell einig werden.