Allagen hinten stabil, und vorne trifft Heppe

Nur schwer zu stoppen: Allagens Torjäger Benedikt Heppe.
Nur schwer zu stoppen: Allagens Torjäger Benedikt Heppe.
Foto: WP

Allagen..  Ein Torjäger, der seine Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor wieder entdeckt hat, dazu ein Torhüter, der zuletzt im Jahr 2014 in einem Pflichtspiel zwischen den Pfosten stand, seinen Vorderleuten dennoch – trotz fehlender Matchpraxis – viel Sicherheit und positive Ausstrahlung gegeben hat: Das waren die Zutaten für die Wiederauferstehung des TuS GW Allagen in der Fußball-Bezirksliga 4. Die Wessel-Elf fertigte die Reserve des SuS Langscheid/Enkhausen im eigenen Stadion mit 5:1 (2:0) ab und tankte damit reichlich Selbstvertrauen für das Stadtderby am kommenden Sonntag beim TuS Warstein.

32 Gegentore in den letzten sechs Spielen waren Allagens Trainer Sebastian Wessel anscheinend dann doch zu viel: Der 32-Jährige stellte sich gestern Nachmittag selber ins Tor. Hennak Oel und der leicht angeschlagene Alex Flegler mussten auf der harten Ersatzbank Platz nehmen. Wessel sagte zu seiner Entscheidung nach der Partie: „Es ging jetzt nicht um mich oder eine andere Person. Ich wollte der Mannschaft einfach wieder die nötige Sicherheit geben, die ihr in den letzten Wochen abhanden gekommen ist.“ Und das klappte durchaus bemerkenswert: Sebastian Wessel bewies, dass er von seiner einstigen Klasse nicht viel eingebüßt hat. Gut im Stellungsspiel, schnelle Reflexe auf der Linie: Wessel war ein sicherer Rückhalt seiner Mannschaft. Auf die Frage, ob er auch in den letzten beiden Spielen der Saison zwischen den Pfosten stehen würde, sagte der 32-Jährige nur kurz und knapp: „Wir werden sehen.“

Wessel – machte in der Anfangsphase drei gute Langscheider Gelegenheiten zunichte – alleine als Matchwinner auszumachen, wäre jedoch zu einfach. Diese Meinung vertrat auch der Trainer selber: „Wir haben heute als Mannschaft funktioniert.“ Heraus stachen, neben Sebastian Wessel, sicherlich aber die beiden Doppel-Torschützen: Timo Wächter und Benedikt Heppe, der seine Torflaute von über 600 Minuten ohne eigenen Treffer mit einem (Doppel)-Schlag beendete.

In der 28. Minute traf der Belecker in unnachahmlicher Manier zum 1:0 für die Gastgeber – sein 23. Saisontreffer. Heppe war es auch, der kurz vor dem Pausentee am zweiten Allagener Tor beteiligt war. Im Strafraum wurde er spektakulär von Langscheids Schlussmann Leon Schulte von den Beinen geholt, den fälligen Strafstoß verwandelte Aljoscha De Smet sicher zur 2:0-Pausenführung.

Nach dem Seitenwechsel verloren die Grün-Weißen nur kurzzeitig ihre Ordnung. Dies nutzte Langscheids Ingmar Könemund, um den 1:2-Anschlusstreffer zu erzielen (52.). Sebastian Wessel war machtlos. Von diesem Schock erholten sich die Gastgeber jedoch schnell wieder. In der 65. Minute wurde Benedikt Heppe schön von Aljoscha De Smet in den freien Raum geschickt, Heppe ließ sich nicht zweimal bitten und vollstreckte eiskalt zur 3:1-Führung. „Bene hat heute gezeigt, wie wertvoll er für die Mannschaft ist“, lobte Trainer Sebastian Wessel seinen 24-Tore-Mann.

Doch Heppe kann nicht nur Toreschießen, sondern sie auch exzellent vorbereiten. So in der 80. und 90. Minute geschehen, als er jeweils den besser postierten Nebenmann, in diesem Fall Timo Wächter, sah und der aus kurzer Entfernung keine Mühe hatte, seine Saisontore drei und vier zu erzielen.

Abschließendes Fazit von Sebastian Wessel: „Das war heute der erste Schritt in die richtige Richtung. Weitere müssen folgen. Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie Fußball spielen kann. Schade, dass wir die letzten Wochen mit schlechten Leistungen und Ergebnissen so weg geworfen haben.“

Braun: „Gebrauchter Tag“

Langscheids John Braun erklärte: „Wir haben gut begonnen, direkt gezeigt, dass wir unsere Serie fortsetzen wollen. Mit dem 0:1 ist dann alles zusammen gebrochen. Für uns war das heute ein gebrauchter Tag.“