Allagen dank Heppe in 2015 weiter ungeschlagen

Nahm nach dem Spiel die Glückwünsche seiner Teamkollegen entgegen: Benedikt Heppe (2.v.r.).
Nahm nach dem Spiel die Glückwünsche seiner Teamkollegen entgegen: Benedikt Heppe (2.v.r.).
Foto: WP

Allagen..  Fünf Tore, zwei (berechtigte) Platzverweise, ein nicht gegebener Treffer von Marc Schröder Mitte der ersten Halbzeit und zwei verletzungsbedingte Auswechslungen aus Sicht des Gastgebers: Das waren die Zutaten bei Allagens drittem Sieg im Punktspieljahr 2015. Dank des Dreierpacks von Goalgetter Benedikt Heppe – es waren seine Saisontreffer 19, 20 und 21 – beim hart erkämpften 3:2 (1:1)-Erfolg über einen keineswegs schlechteren SV Dorlar-Sellinghausen scheinen die Grün-Weißen langsam den Weg ins gesicherte Mittelfeld der Fußball-Bezirksliga 4 anzutreten.

War das ein Spiel: Wer gestern Nachmittag – trotz des Dauerregens – den Weg ins Waldstadion gefunden hatte, hatte alles richtig gemacht. Beide Mannschaften boten den nicht einmal 100 Zuschauern beste Fußball-Unterhaltung. Dabei begann die Partie aus Sicht des Gastgebers mit einem Schock: Bereits in den Anfangsminuten fasste sich Abwehrchef Elmar Kirsch an seinen lädierten, rechten Oberschenkel. Kurze Zeit später ging es für den Routinier nicht mehr weiter. Kirsch musste runter, Florian Wienecke, der eigentlich noch geschont werden sollte, nahm die Position im Abwehrzentrum ein. Beim 0:1-Gegentreffer waren jedoch alle Allagener machtlos. Gefühlvoll hob Dorlars Linksfuß Frederik Hellermann einen Freistoß über die grün-weiße Mauer hinweg ins kurze Eck – 0:1 (30.) für in der ersten halben Stunde frech aufspielende Gäste. Dann überschlugen sich die Ereignisse: Zunächst gelang Benedikt Heppe mit seinem 19. Saisontreffer nach Schnöde-Flanke der vielumjubelte Ausgleich (34.), drei Minuten später waren die Gastgeber nur noch zu Zehnt. Marc Schröder, der bereits nach seiner Gelben Karte wegen Meckerns (11.) seinen Trainer Sebastian Wessel aufgefordert hatte, ihn auszuwechseln, sah nach einem Foulspiel von hinten an Dorlars Reke zurecht die Ampelkarte. Noch vor dem Ausgleich durch Heppe hatte Schröder das vermeintliche 1:1 für die Platzherren erzielt, doch sein Luftduell gegen Oguz Cavusoglu wurde als regelwidrig eingestuft – eine mehr als umstrittene Entscheidung, die auch Trainer Sebastian Wessel nachher auf die Palme brachte: „Aus meiner Sicht war da kein Foul von Euro zu sehen. Er ist einfach höher gesprungen als sein Gegenspieler. Punkt. Aus.“ Zu der Gelb-Roten Karte gegen seinen Schützling wollte sich Wessel nach dem Schlusspfiff nicht äußern. Der 32-Jährige sagte nur vielsagend: „Man wird sehen, welche internen Konsequenzen das hat.“

Zurück zum Spiel: Das blieb auch in Durchgang zwei hochinteressant und spannend. Spielentscheidend, so waren sich beide Trainer nachher einig, war die Rote Karte gegen Dorlars Schlussmann Julian Rinke in der 61. Minute, der den durchstartenden Aljoscha De Smet nur noch durch ein Foulspiel bremsen konnte. Schiedsrichter Janasek (Soest) verwies Rinke zurecht des Feldes. „Das war die Schlüsselszene“, merkte nachher Dorlars Trainer Markus Grobbel an. Wieder waren nur sechs Minuten nach dieser Szene vergangen – Abwehrspieler Bernd Borgard hatte mittlerweile den Kasten für den vom Platz gestellten Rinke eingenommen – da bewies Benedikt Heppe einmal mehr seinen Torinstinkt, als er nach Navarro-Zuspiel die Kugel ins leere Tor der Gäste einschob. Die Grobbel-Elf gab sich so schnell aber nicht geschlagen, und schlug zurück. Unglücklich sprang der Ball in der 73. Minute Aushilfs-Rechtsverteidiger Dominik Schnöde im Strafraum an die Hand. Der Unparteiische entschied folgerichtig auf Handelfmeter für die Gäste. Tobias Henneke versenkte diesen etwas glücklich zum 2:2. Dabei verletzte sich Allagens Keeper Alex Flegler unglücklich am rechten, kleinen Finger, musste verletzt ausgewechselt werden. Für ihn kam der grippegeschwächte Hennak Oel. Als alle Beteiligten sich dann eigentlich schon mit einem Unentschieden angefreundet hatten, schlug noch einmal Benedikt Heppe zu. Einen scharf getretenen Freistoß von Nils Störmann in der letzten Spielminute konnte Dorlars Aushilfs-Torhüter Bernd Borgard nicht festhalten, Benedikt Heppe stand goldrichtig und staubte zum 3:2 ab. Dabei blieb es trotz insgesamt sechs Minuten Nachspielzeit.

Fazit von GW-Trainer Sebastian Wessel nach dem Spiel: „Für die Zuschauer haben beide Mannschaften wieder jede Menge geboten heute. Spielerisch war das von uns wenig bis gar nichts. Momentan haben wir aber auch einfach das Glück. So ein Spiel, oder wie letzte Woche gegen Nuhnetal, hätten wir in der Hinserie wahrscheinlich nicht gewonnen. Wir haben uns jetzt ein schönes Punktepolster auf die Abstiegsränge verschafft, sollten uns darauf aber nicht ausruhen.“