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Zwischenstopp Westfalenliga

01.07.2012 | 17:52 Uhr
Zwischenstopp Westfalenliga
Holger Flossbach Foto: Joachim Kleine-Büning/WAZ FotoPool

Ahlen. Holger Flossbach kannte keine Gnade, stürmte wie zu aktiven Zeiten los, Richtung Kabine, kam mit einer Magnum-Flasche Schaumwein wieder, schüttelte kurz und kräftig und duschte seine tanzenden Spieler ab. Eine Siegerpose a la Formel eins nach dem 2:0 (2:0) im Aufstiegsspiel zur Westfalenliga über den SC Herford, in dem sich der TSV Marl-Hüls im Jubiläumsjahr doch noch über die Ziellinie geschoben hat.

Das alles nach einer Rückrunde, in der Verein die Pole-Position zur Saisonhalbzeit, Platz eins, zu verspielen schien. Vor allem der ein oder andere Boxenstopp in den Heimspielen am Loekamp schien das Team auf dem Weg zum zweiten Aufstieg in Folge nachhaltig zurückzuwerfen. Jetzt, als sie grinsend auf den Rasen des Ahlener Wersestadions schauten und auch mal Richtung Tribüne schwenkten, wo der blau-weiße Anhang feierte, konnten es Trainer Holger Flossbach und Abteilungsleiter Lothar Gedenk unabhängig voneinander sagen: Zwischendurch, erklärte der eine wie der andere, hatten sie beide während der Rückrunde schon mal das Gefühl gehabt, dass der TSV Marl-Hüls tatsächlich seine Aufstiegschance verspielt.

Aber nach dem Regelationsfinale zückte Flossbach nicht nur die Magnumpulle, sondern sagte: „Vor der Mannschaft ziehe ich heute den Hut. Wir haben als Team funktioniert, da mache ich schon fast einen Kniefall. Und das nach dieser holprigen Rückrunde und dem Masel, den wir im ersten Relegationsspiel im Elfmeterschießen gehabt haben.“

Danach musste er mal eben ans Handy. DFB-Generalsekretär Helmut Sandrock, man kennt sich, rief Holger Flossbach an, um zum Aufstieg in die Westfalenliga zu gratulieren.

Ein paar Meter weiter stand Lothar Gedenk mit dem TSV-Schal um den Hals und blickte entspannt auf das Jubeltreiben. Sohn Marwin, der Torwart, kam vorbei. Zweimal Daumen hoch von Vater und Sohn Gedenk. Geschafft. Aber es soll noch was kommen. Denn in der Westfalenliga, mit den Zugängen, sagt Lothar Gedenk, will der TSV Marl-Hüls auch andere Ziele verfolgen, als den Klassenerhalt als Vorgabe auszurufen: „Mit den Spielern, die wir dazu bekommen, sollten wir um die Plätze eins bis fünf spielen.“ Die, die schon da sind, bekamen vom Abteilungsleiter auch ihre Lorbeeren. In der Mannschaft funktioniert hatte im Ahlener Wersestadion zum Beispiel auch mit Tim Gaebler ein Spieler aus der vermeintlichen zweiten Reihe. Der eigentliche offensive Mittelfeldspieler Adrian Cetera, der spielte gegen die Herforder als rechter Außenverteidiger. Auch das funktionierte.

Der Blick auf die gerade beendete Saison zeigte Lothar Gedenk: „Als es darauf ankam, war die Mannschaft da. In Ahaus, in Haltern, auch heute.“ Der TSV Marl-Hüls, so Gedenk, wolle sich jetzt erst einmal weiter nach oben spielen, um für die eigene Jugend, wenn es so weit ist, den höherklassigen Weg zu planieren.

Wann der Aufsteiger anfängt, sich darauf vorzubereiten: Freitag im Wersestadion machte sich der Trainer darüber noch keine Gedanken. „Wann die Vorbereitung anfängt? Nicht heute, nicht morgen, nicht übermorgen“, sagte Flossbach. Dann bekam er selbst von Doppeltorschütze Sebastian Ruhe die Sieger-Getränkedusche ab. Mit ihr ist immer zu rechnen, wenn man zum richtigen Zeitpunkt die Ziellinie überquert hat.

Stephan Falk

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