Zwei Catcher und ein Ziel: Der WM-Kampf in Recklinghausen
17.09.2009 | 17:16 Uhr 2009-09-17T17:16:00+0200
Recklinghausen. Nach jahrzehntelanger Abstinenz des Catchens in der Vestlandhalle, erlebt die Traditionsstätte am 10. Oktober ihr Revival, wenn „Bad Bones” John Kay den Catch-Weltmeister Karsten Kretschmer herausfordert.
Jamaikas legendäres Film-Bobteam gibt den Takt vor, der Text ist leicht abgewandelt. Er heißt: „Das geht über eure Vorstellungskraft, Recklinghausen hat eine Weltmeisterschaft.” Nach jahrzehntelanger Abstinenz des Catchens in der Vestlandhalle, erlebt die Traditionsstätte am 10.Oktober ihr Revival, wenn „Bad Bones” John Kay den Catch-Weltmeister Karsten Kretschmer herausfordert. Was erst als „Recklinghäuser Catch-Cup” gedacht war, wurde nun zu einem Weltmeisterschaftsfight umfunktioniert. Aus Recklinghausen wird Wrestlinghausen.
„Es ist eine Art Rückkampf, da sich die beiden auch Ende September in Dortmund bei einem Turnier der Amerikaner gegenüberstehen. Und dann mussten wir das nun mit der Austragung der Weltmeisterschaft toppen”, sagt Matthias Ilgen, Geschäftsführer von IZM Event-Management. Die Catcher sehen den Kampf in Dortmund nur als eine Art Vorkampf an. Revanchegelüste für den End-fight werden aber allemal aufkommen.
Fokus: Titelverteidigung
„In Dortmund werden wir uns erst einmal nur abtasten und noch nicht alles geben. Schließlich will ich noch nicht mein ganzes Pulver verschießen. Außerdem sind die Amerikaner viel showlastiger. Das ist nicht so meine Sache”, sagte Kretschmer, der sich aber dennoch für einen möglichen Vertrag in Amerika präsentieren möchte.
Der Fokus liege aber deutlich auf der Titelverteidigung. Denn erst im Februar dieses Jahres konnte er sich den Weltmeisterschaftsgürtel hart erkämpfen. „Das war bisher definitiv der härteste Kampf meines Lebens. Von daher gebe ich den Gürtel auch nicht so schnell wieder her.”
Videoanalysen und intensives Training
Schon seit Wochen bereiten sich sowohl der Hamburger Kretschmer als auch Cay mit Videoanalysen und intensivem Training auf ihren Kampf vor. „Seit August habe ich jetzt wieder richtig mit dem Trai-ning angezogen und achte nun mehr auf meine Ernährung”, erzählte Kretschmer, der neben einer Rippenprellung noch Schwellungen im Knie auskurieren musste. Dennoch betont er in Richtung Cay: „Ich bin so frisch wie schon lange nicht mehr.” Davon bleibt der 25jährige Herausforderer je-doch recht unbeeindruckt: „Ich war zweieinhalb Jahre in England und habe dort den britischen Stil kennengelernt. Wenn man erfolgreich sein will, ist auch Vielseitigkeit gefragt. Außerdem bin ich ein harter Hund.”
Gänzlich unbekannt sind sich die beiden nicht. Bereits vor vielen Jahren hatten der „Hamburger Jung” und Cay miteinander trainiert, ehe sie in einem Kampf aufeinandertrafen. „Das war eine eher mit-telmäßige Begegnung, die mit einer Double Disqualification endete. Soweit wird es dieses Mal aber nicht kommen, denn ich möchte meinen Titel mit Würde verteidigen”, sagt der 34jährige Titelverteidiger, der momentan mit 101 Kilogramm vier Kilos weniger als sein Kontrahent auf die Waage bringt. „Das kann sich aber in den vier Wochen bis zum Kampf noch ändern”, so Ilgen, der bereits jetzt eine große Ticket-Nachfrage verzeichnen kann und mit einer vollen Vestlandhalle (1440 Zuschauer) rechnet.
Gute Unterhaltung und knallharter Sport
”Letztendlich wollen wir gute Unterhaltung und knallharten Sport bieten. Und obwohl ich Cay respektiere und er richtig gut geworden ist, weiß ich jetzt schon, dass das einzige, was er gewinnen wird, die Erfahrung sein wird", bietet Kretschmer mit seiner Ansage schon ein-mal einen Vorgeschmack auf den Kampf des Jahres in Wrestlinghausen.

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