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WAZ-Interview mit: Thomas...

Wollen ohne Müssen

12.02.2010 | 13:56 Uhr

Vier Punkte Vorsprung zur Halbzeit der Saison. Damit haben die Fußballkenner nicht gerechnet. Doch die krisengeschüttelte Spvgg. Erkenschwick hat den Weg in ruhigere Fahrwasser gefunden und führt die Tabelle der Fußball-Westfalenliga 2 an.

Mit dem Mannschaftskapitän Thomas Falkowski sprach WAZ-Mitarbeiter Felix zur Nieden über die Ambitionen in der Rückrunde und die schwierige Wintervorbereitung.

Welche Ziele hat die Mannschaft der Spvgg. Erkenschwick im Jahr 2010?

Thomas Falkowski: Wir wollen so lange oben bleiben, wie es geht. Und wenn es läuft, dann wollen wir zur Krönung natürlich den Aufstieg schaffen. Das ist aber kein Muss.

Wie ist die Stimmung in der Mannschaft?

Positiv. aber auch angespannt. Durch das widrige Wetter mit dem Schnee können wir nicht richtig trainieren und unsere Testspiele fallen alle aus. Das schlägt natürlich etwas auf die Stimmung.

Wie reagiert man bei der Spvgg. Erkenschwick auf das Winterwetter?

Wir gehen in die Halle und spielen Cageball, damit wir auch mit dem Ball ein bisschen was machen können. Ein Trainingsersatz ist das natürlich nicht. Da machen wir nur kleine Spielchen fünf gegen fünf. Und dann gehen wir joggen, aber das macht langsam keinen Spaß mehr.

So kann man aber sicher sein, dass man topfit ins Jahr 2010 geht.

Für die Kondition haben wir in den ersten drei Wochen der Vorbereitung genug getan. Beim Training auf dem Platz bekommt man auch die nötige Kondition für die Rückrunde.

Wie schätzen Sie Ihre Chancen in Sachen NRW-Liga-Aufstieg ein?

Gut. Entscheidend wird aber sein, wie wir aus der Winterpause kommen. Das ist wirklich sehr wichtig. Wir wissen absolut nicht wo wir stehen, weil wir so lange keine Testspiele gemacht haben. Natürlich haben wir gegen Teams aus der Bezirksliga gespielt und auch ein Spiel gegen Duisburg gemacht, aber das ist jetzt auch schon wieder einige Wochen her.

Wie gelingt es dann die Spannung aufrecht zu erhalten?

Das ist genau das Problem. Man freut sich auf ein Spiel am Wochenende, arbeitet darauf hin und hat ein Ziel und dann fällt es doch wieder aus. Es könnte jetzt sein, dass das Fußballjahr 2010 für uns mit dem Highlight gegen Enrdtebrück beginnt. Das sorgt für Spannung. Nach dem Spiel wissen wir genau, wo wir stehen. Gewinnen wir, könnte die ganze Saison zu einem Selbstläufer werden. Verlieren wir ist nichts passiert, aber dann wird es oben wieder richtig eng.

Sie selbst hatten in der Hinrunde mit einer längeren Verletzung zu kämpfen. Wie gehen Sie persönlich in die Rückrunde?

Das stimmt, ich musste mit einem Faserriss vier Wochen pausieren. Aber der ist ausgeheilt und ich konnte in den letzten Spielen vor dem Jahreswechsel schon wieder voll mitwirken. Für die Rückrunde bin ich zu 100 Prozent fit.

Ihr Klubchef Hermann Silvers hatte angemerkt, dass sich der Verein unter Umständen einen Aufstieg finanziell nicht leisten könnte. Kann sich diese Aussage noch negativ auf die Mannschaft auswirken?

Auf keinen Fall. Das wir danach einige Punkte haben liegen lassen lag auch nicht an unserem Abteilungsleiter. Das betone ich ausdrücklich. Wir sind nicht als Favorit in die Saison gegangen. Das hat sich mit den Spielen so entwickelt. Dass wir auch mal ein Spiel verlieren würden war klar, hat aber nichts mit den Aussagen von Hermann Silvers zu tun. Wir haben viele junge Spieler im Team, bei denen die Konstanz noch fehlt.

Ein Manko?

Vielleicht. Aber wir sind ehrgeizig genug, so dass wir jedes Spiel auf dem Platz für uns entscheiden wollen. Selbst wenn der Verein einen Aufstieg tatsächlich nicht finanzieren kann, werden wir alles dafür tun, die Saison auf dem ersten Platz zu beenden. Denn nur dann sind wir als Mannschaft auch in der Situation, dass wir uns nichts nachsagen lassen können.

Thomas Falkowski ist 26 Jahre alt, lebt in Gelsenkirchen-Buer und ist seit 2005 am Stimberg für die Spielvereinigung Erkenschwick am Ball. Vorher kickte er bei den Amateuren des VfL Bochum. Seit zwei Jahren trägt der Automobilverkäufer die Kapitänsbinde der Erkenschwicker und fühlt sich pudelwohl. „Ich bin gerne hier. Der Verein hat die schwere Zeit überstanden und ist jetzt wirklich gut geführt. Die Bedingungen sind super”, sagt Falkowski.

Felix zur Nieden

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