Wie kleine Kinder

Es hat sich nichts verändert in der Bezirksliga für die beiden Recklinghäuser Vereine. Und auch wenn es möglicherweise noch nicht jeder wahr haben will: So früh hat der Abstiegskampf wohl selten begonnen.

Recklinghausen.. FC/JS Hillerheide - Viktoria Resse. Disziplin ja, Spaß aber auch - nach diesem Motto will Neu-Coach Adi Przibilka den Tabellenletzten von der Maybacher Heide von innen heraus renovieren. Und das geht naturgemäß nicht ohne Reibungsverluste: In dieser Woche musste er jedenfalls einmal richtig laut beim Training werden, als er mitbekam, dass zwei seiner Kicker bei einer Laufeinheit nicht richtig mitgezogen haben.

Grundsätzlich gilt für ihn: "Fußballer sind wie kleine Kinder." Auf die Frage, woher er das denn wisse, muss Prizibilka jedoch grinsen: "Ich war ja früher der Schlimmste. Was ich alles für einen Sch... gemacht habe." Aber: "Als es darauf ankam, habe ich mich immer zerrissen."

Das und nicht weniger erwartet er auch von seinen Leuten, wenn es gegen Resse geht: "Leicht wird das nicht. Die Viktoria spielt schon seit Jahren oben mit." Und fit wird der Gegner ohnehin sein, dafür garantiert schon Trainer Norbert Sander, den Przibilka aus gemeinsamen Erkenschwicker Zeiten kennt. Leider wird ihm Paul Heron (grippaler Infekt) fehlen.

SuS Merklinde - 1. FC Preußen Hochlarmark. Hochlarmark zwischen Skepsis und Aufbruchstimmung: "Das Schönreden bringt uns nicht mehr weiter", findet Coach Holger Zahnhausen, der es nicht mehr hören kann, dass man seinem Team attestiert, mehr zu können, als es der Tabellenstand auszudrücken vermag: "Das halte ich auf Dauer für gefährlich. Sicher ist, dass wir in zwei Heimspielen gegen Tabellenletzte nur einen Punkt geholt haben. Es ist daher nicht ausgeschlossen, dass wir völlig zurecht da unten stehen."

Die Devise für das Auswärtsspiel in Merklinde lautet: "Gas geben, aber mit Bedacht!" Was bedeutet: Holger Zahnhausen hätte nichts dagegen, wenn sein Team erst einmal zurückhaltend auftritt und den Erfolg über Konter sucht. Aber am Preußen-Anspruch ändere sich deswegen nichts: "Wir wollen dort definitiv etwas holen", so der Coach, der darauf hofft, dass auch Adi Stalka wieder trifft: "Es hat gut trainiert, jetzt muss nur endlich der Knoten platzen."
Möglicherweise besonders beseelt dürfte Keeper Markus Matschassek sein, der in der Nacht zum Donnerstag Vater wurde.