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Vorsicht Falle

23.12.2009 | 16:16 Uhr

Zwei Feste zum Fest. Zwei Fußball-Feste. Traditionell werden am zweiten Weihnachtstag in Haltern am See und Herten die Hallenfußball-Stadtmeisterschaften ausgetragen. Und die Favoriten sind längst ausgemacht.

Recklinghausen. Vor allem in Haltern scheint die Sache einfach zu sein. Beim Blick auf die Siegerliste tauchen seit 1992 nur zwei Namen auf: TuS Haltern (9) und SV Lippramsdorf (7). In der Regel machen die höchstklassigsten Vereine, die seit geraumer Zeit in der Bezirksliga spielen, die Sache unter sich aus. Eine Ausnahme aber gibt es: 2006 schlug A-Kreisligist ETuS Haltern den Favoriten ein Schnäppchen und gewann zur Verblüffung aller den Titel. Und auch diesmal werden der Mannschaft von Sascha Ellermann zumindest Außenseiterchancen eingeräumt.

Dass die DJK BW Lavesum den Ball flach hält, liegt wohl an der Bescheidenheit, mit der sich ein Gastgeber gerne umgibt. Tatsächlich hat auch der nördliche Stadtteilklub immer mal wieder auf sich aufmerksam gemacht. Vor zwei Jahren unterlag er erst im Finale gegen Lippramsdorf (1:5), 2006 erreichte er immerhin das Spiel um Platz drei. „Dafür sind wir im Vorjahr ohne Tor und Punkt gleich in der Vorrunde ausgeschieden”, sagt Trainer Michael Ecker. Will sagen: Alles ist möglich.

Immerhin gebe es diesmal weniger Ausfälle als im vergangenen Jahr, weshalb der Coach auf den Einzug ins Halbfinale hofft. Allerdings: „Es gibt Leute, die sagen, die Gruppe A sei die schwierigere. Ich denke unsere ist schwieriger.” Wichtiger noch aber als das sportliche Abschneiden sei für den Klub die Organisation der Titelkämpfe. Etwa 30 Leute sind in die Organisation eingebunden, auch Mannschaft und Trainer haben vorher und nachher reichlich zu tun. Einen Vorteil hat das immerhin: Nach drei Einheiten in der kleinen Lavesumer Halle kann der Gastgeber auch in der großen Halle einmal trainieren. „Nach dem Aufbau, wenn die Tribünen ausgezogen und alles andere erledigt ist, werden wir wohl ein paar Bälle spielen können.” Womöglich hilft es. Schließlich muss der Ausrichter schon gleich in seinem ersten Spiel gegen Titelanwärter SV Lippramsdorf ran.

In Herten liegen die Dinge anders. Nominell gibt es natürlich eine Favoritenliste. Im Liga-Ranking und demzufolge in der Favoritenliste stehen die SG Langenbochum (Landesliga) und Vestia Disteln sowie DJK Spvgg. Herten (beide Bezirksliga) ganz oben. Aber zumindest in der jüngeren Vergangenheit kam es schon mal anders als gedacht.

2005 gewann ein ganz krasser Außenseiter: B-Kreisligist Westfalia Scherlebeck sicherte sich den Stadtmeistertitel. Und im Vorjahr musste sich der mittlerweile um eine Liga aufgerückte Klub erst im Endspiel der DJK Spvgg. Herten beugen. Ergo: Vorsicht Falle, für alle Favoriten.

Zu denen zweifellos der Gastgeber einmal mehr gehört. 3, 1, 2, 3. So lauten die Platzierungen der SG Langenbochum in den vergangenen Jahren. „Wir wollen natürlich wieder in die Endrunde”, sagt Trainer Klaus Kostrzewa, der mit seinen 13 Spielern, die am Samstag dabei sein werden, im Vorfeld einmal in einer Cageball-Halle war. Der Gruppen- und Turnierfavorit aber sei ein anderer: Vestia Disteln. „Die haben eine geniale Vorrunde in dieser Saison gespielt.” Aber mit den Favoriten ist das ja so eine Sache bei Hallen-Stadtmeisterschaften.

Andreas Rorowski

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