Vier Tage mit Höhen und Tiefen
22.11.2009 | 21:54 Uhr 2009-11-22T21:54:00+0100Der Turnierverlauf war längst nicht so wie er ihn sich vorgestellt hat. Letztlich freute sich Springreiter Christian Ahlmann aber über ein versöhnliches Ende beim Hallenturnier in Stuttgart. Es war die erste Teilnahme des Marlers an einem Weltcup nach mehr als einem Jahr.
Recklinghausen. Als Neunter konnte er sich mit dem neunjährigen Taloubet, dem Sieger des Großen Preises von Hannover, immerhin auch im hochdotierten Mercedes Grand Prix platzieren, sicherte sich acht Punkte für den Weltcup und weitere Zähler für die Weltrangliste. Einem Null-Fehler-Ritt im Umlauf folgten zwei Abwürfe im Stechen, den Sieg sicherte sich Ludger Beerbaum auf der erst achtjährigen Stute Gotha.
„Angesichts der Schwierigkeiten, die ich mit Taloubet in den ersten Tagen hatte, bin ich schon zufrieden”, bilanzierte Ahlmann. In den ersten Tagen hatte er noch im Schatten seines Vereinskollegen Markus Renzel gestanden. Der Oer-Erkenschwicker hatte sich anders als sein 34-jähriger Klubkollege vom RV Alt-Marl für das German Master am Freitag qualifiziert. Mit Conally hatte er als Zwölfter und Letzter in der zweitwichtigsten Prüfung des Turniers nach drei Fehlern jedoch keine Chance.
Allerdings war etwas Pech im Spiel. Da es am Freitag noch so aussah, als könnte sich Renzel für den Großen Preis qualifizieren, schonte er sein derzeit bestes Pferd Christoph Columbus, der mehr Kraft für das anspruchsvolle Master gehabt hätte als der erfahrenere Conally. Am Ende wurde es aber auch nichts mit der Qualifikation für den Großen Preis. „Trotzdem bin ich mit dem Turnier sehr zufrieden, meine Pferde sind super gesprungen”, sagte Renzel, der angesichts seiner weiter ansteigenden Form auch noch beim Finale der Riders Tour in München Anfang Dezember starten und womöglich auch noch zum Festhallenturnier nach Frankfurt reisen darf.
Deutlich ist die Position der beiden prominentesten Springreiter aus dem Vest zu der umstrittenen Zulassung einiger Medikamente durch den Weltreiterverband FEI im Sport. „Ich finde es grundsätzlich gut, dass es eine solche Liste gibt, auf der steht was erlaubt ist und was nicht”, sagt Ahlmann, der indes noch keine genaueren Informationen über Details habe. Zur Kritik, Pferde, die Schmerzmittel brauchen, gehörten nicht in einen Wettbewerb, sagt er: „Es geht um ein vernünftiges Maß und um einen Einsatz, der weit weg von Manipulation und Doping ist. Natürlich kann es nicht sein, dass ein krankes Pferd mit hohem Schmerzmitteleinsatz sportbereit gemacht wird. Es geht um eine Unterstützung für das Pferd zum Beispiel bei Muskelbeschwerden und um die Pflege. Und das finde ich dem Pferd gegenüber nur fair.”
Ähnlich sieht es Markus Renzel: „Es ist keinem damit gedient, die Pferde mit irgendwelchen Mitteln vollzupumpen. Wichtig ist der Öffentlichkeit klar zu machen, dass grundsätzlich nur gesunde Pferde zum Turnier gehen und dass es, wenn überhaupt, nur darum geht, den Pferden Unterstützung zu geben zum Beispiel mit Präparaten gegen Muskelkater. Dagegen hätte ich absolut nichts einzuwenden. Da aber unser Verband die Null-Lösung befürwortet und wohl gegen die Progressive List der FEI vorgeht, wird das Durcheinander und die Unsicherheit noch größer.”
Zufrieden mit ihren Leistungen, aber nicht ganz glücklich über die Benotungen waren derweil Sabine Becker und Hendrik Lochthowe nach dem Grand Prix Special der Dressurreiter. Die Recklinghäuser kamen auf die Plätze sieben und acht, sahen bei ihren Pferden Lamarc (66,875 Prozent) und Rubin Royal (66,583) Leistungssteigerungen gegenüber dem Grand Prix am Vortag, ärgerten sich aber ein wenig über die schwächere Benotung. Lochthowe: „Aber mir ist auch klar, dass einem die Punkte hier nicht hinterher geworfen werden. Stuttgart ist eben Stuttgart.” Er war begeistert nach seiner ersten Teilnahme an dem hochkarätigen Turnier.

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