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2. Basketball-Bundesliga

Viele Löwen-Hände

12.02.2010 | 17:49 Uhr

Die Hertener Löwen empfangen das Schlusslicht Baskets Speyer. Coach Boris Kaminski mahnt davor, den Gegner zu unterschätzen.

Herten. Es ist eines dieser Spiele, die ganz gefährlich werden können. Die BIS Baskets Speyer kommen. Der Tabellenletzte der 2. Basketball-Bundesliga Pro B hofft sich revanchieren zu können für die knappe 80:82-Hinspielniederlage gegen die Hertener Löwen und will endlich seine rasante Talfahrt stoppen. Mit nur drei Siegen aus 19 Begegnungen stehen die Süddeutschen zwar jenseits der Konkurrenzfähigkeit und bestätigen damit ihren 16. Platz aus der Vorsaison, der eigentlich zum Abstieg hätte führen müssen. Trotzdem hebt Boris Kaminski sie auf einen erstaunlich hohen Schild. Er sagt: „Speyer ist in der Lage, jeder Mannschaft der Liga Probleme zu bereiten. Jeder einzelne unserer Spieler muss sich im Vergleich zur Vorwoche deutlich steigern.”

Es ist mehr als ein Wink mit dem Zaunpfahl, den der Löwen-Trainer da vornimmt. Es ist der Wink mit einem ganzen Zaun. Die Botschaft ist klar, und wird dennoch gerne von Mannschaften vergessen. Sie lautet: Unterschätzt bloß niemanden. Auch nicht den Tabellenletzten, der seit Wochen auf ein Erfolgserlebnis wartet.

Bei aller Wertschätzung für Speyer, dessen Kampfkraft gepriesen wird, das wegen seines aufwändigen Spiels aber auch immer wieder konditionelle Probleme bekommt. Die Mahnung von Boris Kaminski dient vor allem dem Zweck, die Aufmerksamkeit seiner Mannschaft nahe 100 Prozent zu bringen. Nach einigen strapaziösen Wochen mit einem Freitag- und zwei Sonntag-Spielen sowie dem Pokal-Aus gegen Pro-A-Ligist Bayreuth will er mit seinen Spielern wieder in den gewohnten Ligarhythmus und vor allem zurück in die Erfolgsspur finden.

Ein weiteren Ausrutscher können sie sich vorerst vermutlich nicht erlauben, wollen sie als Tabellenzweiter hinter Rhöndorf ihren Aufstiegsplatz verteidigen. Die punktgleichen Würzburg Baskets sitzen den Löwen als Dritter dicht im Nacken, mit einer Serie von 8:2 aus den zehn jüngsten Spielen sind sie gemeinsam mit dem Nürnberger BC (4.) das Team der Stunde.

Dagegenhalten ist angezeigt. Schon in drei Wochen könnte es zu einer Vorentscheidung im Aufstiegsrennen kommen, wenn die Löwen in Würzburg gastieren. Das Hinspiel hatten sie mit 77:65 gewonnen und dem großen Titelanwärter dabei die erste Saisonniederlage zugefügt. Schon damals stach einer der vielen Löwen-Trümpfe, die sich auch in der Liga-Statistik ablesen lassen. Kaum eine andere Mannschaft ist so reboundstark wie die Herten (710), nur Würzburg (751) und Weißenhorn (727) verzeichnen momentan mehr Gewinne nach von Brett oder Korb abprallenden Bällen. Eine ganz wichtige Kategorie im Basketball, eröffnen Rebounds einem Team doch entweder eine zweite Offensiv-Chance oder die Möglichkeit, nach erfolgreicher Verteidigung einen Angriff einzuleiten.

Die Hertener Löwen gehören zu den reboundstärksten der gesamten Liga. Boris Kaminski kann sich dabei vor allem auf das Timing und die Sprungkraft eines Trio verlassen. Drei seiner Spieler gehören zu den Top Ten der Liga in der Kategorie „Rebound”. Erster ist Ahmad Smith (165), Vierter Joleik Schaffrath (136) und Sechster Cory Abercrombie (125). Viele und erfolgreiche Hände, die da für die Löwen am Werk sind.

Andreas Rorowski

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