VfB-Fan Tobi blickt auch hinter die Kulissen

Christine kann sich nicht wehren. Das Phantom der Oper zieht die bildhübsche Frau in seinen Bann und bringt sie in sein Versteck in die Kellergewölbe des Opernhauses. Tobi, 21 Jahre und aus Marl, beobachtete die Szene ganz genau. Für den Musical-Fan ging beim Besuch des Theaters Neue Flora in Hamburg ein Traum in Erfüllung. Dieses Erlebnis war ein Geschenk des VfB Hüls an seinen wohl treuesten Fan.

Marl.. Wo der VfB Hüls kickt, ist Tobi nicht weit. Seitdem Papa Gerd ihn das erste Mal mit zum Badeweiher genommen hat, feuert der fröhliche junge Mann den Marler Fußball-Oberligisten bei jedem Spiel lautstark an. Egal ob zu Hause oder auswärts. Dass er unter anderem an dem Crouzon-Syndrom erkrankt ist, spielt sonntagnachmittags, wenn sein VfB auf Punktejagd geht, keine Rolle. Nicht für ihn selbst und auch nicht für die große VfB-Familie.

Was diese Fußball-Familie ausmacht, stellte sie Ende des vergangenen Jahres unter Beweis. Unter der Federführung von Thomas Kaltwasser und Matthias Tatsch sammelten Spieler, Trainer, Betreuer, Helfer und Fans Geld, um Tobi einen Herzenswunsch zu erfüllen. Und der drehte sich nicht um das runde Leder, sondern um die geheimnisvollen Traumwelten der Musicals. Auf der Weihnachtsfeier der 1. Mannschaft , bei der Tobi auch noch in seinen 21. Geburtstag hineinfeierte, überreichte Team-Manager Engin Yavuzaslan das Präsent: ein Wochenende in Hamburg und Tickets für das Musical "das Phantom der Oper".

Es war wohl buchstäblich ein "Bauchgefühl", das Tobis Musical-Leidenschaft aufflammen ließ. "Daran bin ich nicht ganz unschuldig", berichtet Mutter Anja, die die zwei Akte vom "Phantom der Oper" in Hamburg bereits einmal hautnah erleben durfte. Da war sie mit Tobias schwanger. Die fantasievollen Geschichten und traumhaften Lieder haben Tobi bis heute nicht losgelassen.

Gut 21 Jahre später ging es für ihn und Mutter Anja wieder nach Hamburg. "Vom ersten Moment an, als wir in den Bus gestiegen sind, war Tobi richtig begeistert", berichtete Anja. "Je mehr wir uns Hamburg näherten, desto aufgeregter war er." Tobi genoss die Zeit in der Elb-Metropole in vollen Zügen. Am Freitagabend war es endlich so weit: Das Phantom betrat die Opernbühne. Tobias und seine Mutter hatten von Reihe 19 aus beste Sicht. Applaus nach dem großen Finale. Auch Tobi und Anja waren begeistert und durften sich noch auf weitere Highlights freuen. Durch die Hilfe unserer Redaktion, die den Kontakt zur verantwortlichen PR-Managerin Britta Englisch herstellte, kamen die Gäste aus Marl in den Genuss einer exklusiven Backstageführung. "Tobias Augen haben gestrahlt. Er hat es sehr genossen, dass er so hofiert wurde", erzählte seine Mutter. Tobis Musical-Durst war trotzdem noch längst nicht gestillt. Kurzerhand nahm er das Taschengeld, das er von seinem Opa bekommen hatte, in die Hand und kaufte sich auch noch Tickets für die Samstagabend-Vorstellung. Diesmal für die 7. Reihe.

Für Mutter und Sohn war es ein fantastisches Wochenende. "Der VfB gibt sich immer so viel Mühe", so Anja. "Wir bedanken uns herzlich bei allen, die uns das ermöglicht haben.