Unverhoffter "Königstransfer"

Die Sommervorbereitung war sehr kurz, sagt Andreas Klemm. In der Winterpause will der Coach von A-Ligist RW Erkenschwick einiges aufholen. Acht Testspiele und ein Hallenturnier will Klemm dazu nutzen, um seine Mannschaft optimal auf den Rückrundenstart am 22. Februar auswärts beim SV Vestia Disteln II vorzubereiten.

Oer-erkenschwick.. Am Sonntag nehmen die Rot-Weißen am Hallenturnier der SG Suderwich teil, haben es dort ab 11.24 Uhr in den Gruppenspielen mit FC/JS Hillerheide, SuS Concordia Flaesheim und CS 96 Hagen zu tun. Danach legen die "Honermänner" erst einmal eine zweieinhalbwöchige Pause ein, ehe es am 27. Januar mit dem ersten Training wieder ernst wird. Und in den vier Wochen bis zum Wiedereintritt in die Meisterschaft schickt der Coach seine Jungs vor allem in Testspielen aufs Feld. "Ich will etwas ausprobieren", sagt Klemm, der in der Abwehr weg vom Libero hin zur Viererkette möchte. "Mit der Rückkehr von Julian Panchyrz ergeben sich neue Möglichkeiten, auch in der Defensive."

Mit "echten" Neuverpflichtungen hatte Klemm eigentlich nicht geplant. Durch die Rückkehr von Panchyrz und Torjäger Florian Pagels, dessen dreimonatiger Bali-Aufenthalt am Dienstag endete, hat der Kader aber deutlich an Qualität gewonnen. Pagels selbst, der auf Bali ein Auslandssemester im Rahmen seines Studiums der Wirtschaftswissenschaften einlegte, freut sich auf die Rückkehr auf den Fußballplatz. "Bali war aber eine tolle Erfahrung für mich", sagt der Stürmer, der beim Hallenturnier in Suderwich am Sonntag erstmals wieder gegen den Ball treten möchte. Fußball hätte er auf Bali nicht gespielt, erzählt er. Aufs Surfbrett hätte er sich einmal gewagt. "Das ist aber schwieriger als es aussieht."

Völlig überraschend kam es dann bei den Rot-Weißen doch noch zu einem echten externen Neuzugang. Abwehrspieler Julian Schwarzhoff hatte in der vergangenen Woche einen interessanten Trainingsgast mitgebracht, der Klemm gleich überzeugt hat. Pierre König heißt der junge Mann, den es beruflich aus Babelsberg ins Ruhrgebiet verschlagen hat. Zuletzt spielte der 22-jährige Stürmer, der in der Recklinghäuser Filiale von P&C arbeitet, in der Reservemannschaft von Regionalligist SV Babelsberg 03 in der Landesliga. "Wir haben einen neuen WG-Bewohner gesucht und da hat Pierre sich bei uns beworben", sagt Schwarzhoff, der sich in Recklinghausen eine Wohnung mit drei weiteren Leuten teilt. "Und als er mir erzählte, dass er in Babelsberg Fußball gespielt hat und auf der Suche nach einem neuen Verein sei, hab’ ich ihn einfach mal mitgenommen zum Training", erzählt Schwarzhoff. Und Trainer Klemm war sofort von den Qualitäten des Angreifers überzeugt: "Der Junge ist eine echte Granate."

Allerdings wird König nicht alle Spiele der Rückrunde für die Rot-Weißen bestreiten können. "Ich habe weiterhin noch eine Spielberechtigung für Babelsberg", sagt König im Gespräch mit dieser Zeitung. "Und wenn ich an einigen Wochenenden in die Heimat zu meiner Familie und meinen Freunden fahre, werde ich für Babelsberg spielen. Ich schätze, dass ich aber zwei Spiele pro Monat hier machen werde, wenn mich der Trainer aufstellt."