Überraschungsfest auf dem Aasee
12.07.2011 | 15:22 Uhr 2011-07-12T15:22:00+0200Münster.Der zweite Renntag wurde zum Überraschungs-Fest. Auch die Frauen des Ruderverein Rauxel beteiligten sich in der Ruder-Bundesliga an dieser Party. Platz sechs in der Endabrechnung eines ganz starken Tages und es blieb die Erkenntnis: In dieser Form sind die Rauxelerinnen in absehbarer Zeit sogar durchaus ernstzunehmende Kandidaten auf die Treppchenplätze.
Auch deshalb, weil der Achter von Trainer Alexander Lücke schon bald auf eine weitere Verstärkung zurückgreifen kann. Margarete Jakschik wird nach dem Gewinn der Silbermedaille beim Weltcup in Luzern nun auf die Sprintstrecke wechseln und der Crew von der Wartburginsel weiteren Schub geben.
Die RVR-Mädels hatten auf dem Münsteraner Aasee von Beginn an einen Sahnetag erwischt. Platz fünf im Zeitfahren, dann der Sieg im Achtelfinale. Nun ging es sogar um den Einzug in den Lauf der besten Vier, in dem der RVR-Express bis zuletzt den späteren Sieger und Tabellenführer aus Krefeld (mit Theresa Hülsmann aus Waltrop) und auch die Bonner Rheinperlen forderte und ärgerte. Letztlich fehlte eine Zehntelsekunde. So wurde es Platz sechs hinter dem bisherigen Tabellenführer aus Hamburg (mit Juliane Möcklinghoff aus Datteln), dem an diesem Tag ein kapitaler Fehler zum Verhängnis wurde.
Wie stark Rauxel an diesem Tag unterwegs war, verdeutlicht der Blick in die Zeit-Bestenlisten. Im Achtelfinale legte der RVR in 1:03,36 Minuten die an diesem Tag dritt-schnellste Zeit in der Frauen-Bundesliga hin. Ein Zeichen dafür, dass der Achter immer mehr zusammenwächst und mit den Top-Teams längst mithalten kann. Diesen Eindruck hatten die RVR-Männer beim Saison-Auftakt in Hamburg hinterlassen. Doch in Münster gab’s dagegen eine ganz kalte Dusche. Statt nach oben ging’s im Eiltempo nach unten bis auf Platz 15. Dank des prima Saisonstarts ist noch reichlich Luft zu den Abstiegsplätzen – der RVR ist jetzt Tabellen-Zehnter.
Letztlich sorgte eine Kollision mit dem Bodensee-Oberschwaben-Achter für den Kurs nach unten. Rauxel wurde die Kollision angelastet und als Letzter des Laufes gewertet, so dass flugs auch die Plätze 9 bis 12 außer Reichweite waren. Trotz des schlechten Ergebnisses lassen sich die Männer nicht aus der Ruhe bringen: Das Potenzial für einen einstelligen Tabellenplatz sei nach wie vor vorhanden -- an einem guten Tag. Denn den muss man nach der Leistungsexplosion in der 1. Liga stets haben. Das Niveau wächst nämlich auch in der Breite.
Der Deutsche Ruderverband (DRV) hat das vor drei Jahren eingeführte Ligen-System für Vereinsachter auf der Sprint-Distanz noch einmal auf besondere Weise gewürdigt. DRV-Cheftrainer Hartmut Buschbacher nominierte den Seriensieger aus Krefeld für die Internationale Sprintregatta in Russland als Sprint-Nationalmannschaft.
Die Krefelder wurden in St. Petersburg Zweiter, hatten aber nun in Münster im Finale weniger zu lachen: Gastgeber Münster drückte auf die Tube und holte sich ganz knapp den Tagessieg. Somit ist es bei den Männern und Frauen so spannend wie schon lange nicht mehr.

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