Traum geplatzt - U15 verliert 1:3 n.V.

Der Traum, in der kommenden Saison in der höchsten deutschen C-Jugend-Liga zu spielen, ist für die U15-Mannschaft des VfB Waltrop geplatzt. Der Meister der Landesliga 2 aus Waltrop unterlag dem Pendant der Landesliga 1, SC Wiedenbrück, mit 1:3 (0:1/1:1) nach Verlängerung.

Wiedenbrück.. Dabei hatte alles so gut angefangen. Trainertrio und Spieler waren gelassen. Sie hatten eine überragende Saison im Rücken. Keine Niederlage, nur ein Remis - eine Bilanz zum Genießen.
Das Entscheidungsspiel um die Westfalenmeisterschaft war ein Bonbon, das man sich ebenfalls auf der Zunge zergehen lassen wollte.
Konzentriert, aber keinesfalls nervös gingen die Waltroper vor 400 Zuschauern - darunter knapp 100 aus Waltrop - in diese Partie.
Spieler und Trainer kannten sich. Ein Freundschaftsspiel hatte Wiedenbrück 7:1 gegen den VfB gewonnen, ein zweites entschied Waltrop 4:2 für sich.
Der Respekt der Gastgeber vor dem Überflieger der Landesligastaffel 2 war groß. Wiedenbrück spielt erst seit zwei Jahren in dieser Klasse und hatte erst vergangenen Sonntag die Meisterschaft perfekt gemacht.
Was letztlich wohl ein Vorteil war. Denn Wiedenbrück war im Rhythmus, hatte die Spannung zuletzt hochgehalten. Anders der VfB, der bereits vor vier Wochen den Titel gewonnen hatte.

Chancen nicht genutzt
In der ersten Halbzeit war davon zunächst nichts zu spüren. Die VfBer traten selbstbewusst auf und erarbeiteten sich einige Chancen. So Kerem Durucan (12.). Er war es auch, der sechs Minuten später eine Ecke gekonnt vor das Tor brachte. An dem strammen Schuss flog Waltrop Offensivabteilung aber vorbei.
Dann hatte Enes Tasci, der für den verletzten Linksverteidiger Justin Gruber spielte, zwei sehr gute Möglichkeiten: Doch seine Freistöße, die gut geschossen waren, verfehlten ihre Adressaten (20., 22.).
Dann versuchte es Justin Klapschus aus der Distanz. Doch den Ball konnte SC-Torwart Leonard Beumer parieren (27.).

Behnan Sarikiz erzielt die Führung
"Kommt, wir machen noch eins vor der Pause", feuerte Mittelfeld-Mann Maxi Puchner seine Teamkollegen an.
Doch bevor tatsächlich das Tor fiel, mussten die VfBer einmal tief durchatmen: Egzon Reshani hatte einen tollen Sololauf gestartet, wurde dann aber von Wiedenbrücks David Hähnchen abgefangen. Und dann machte der sich auf den Weg Richtung Tor. Gut, dass VfB-Keeper Erik Lenschmidt auf dem Posten war. Es war deutlich zu spüren, dass der VfB ins Schwimmen geriet, wenn die Raumaufteilung nicht stimmte.
SC-Trainer Raouf Aloui hatte seine Mannschaft noch vor den Standards der Waltroper gewarnt. Und dann passierte es doch: Nach einer Ecke von Durucan traf Behnan Sarikiz zur umjubelten Führung (35.).
Es lief optimal für den VfB, der letztlich in allen Belangen dem Gegner zehn Prozent überlegen war.
In der Pause witzelten die siegessicheren VfB-Fans bereits, dass man sich schon einmal den Weg zu Allemania Aachen heraussuchen könne.

Ab der 50. Minute ist der VfB platt
Doch es kam anders. Ab der 50. Minute wirkte der VfB platt. In der 60. Minute glich Niklas Streit für den SC aus. In der zweimal fünfminütigen Verlängerung trafen zudem noch Phil Beckhoff (72.) und Till Lütke-Stratkötter. Der VfB war stehend K.o.
Diese Mannschaft hatte seit einem Jahr nur ein Pflichtspiel verloren. Das im Westfalenpokal gegen Schalke 04 nach Elfmeterschießen.
Dieses Gefühl der Niederlage haute die Spieler um. Geistesabwesend, tieftraurig und fassungslos nahmen sie die Medaillen entgegen und bekamen nur noch am Rande mit, wie Wiedenbrück den Pokal in den blauen Frühsommer-Himmel reckte…
Ob es an der fehlenden Spannung lag, dass der VfB verlor? Oder an der Hitze? Oder an falschen Wechseln des Trainertrios Oli Naumann, Sven Jahn und Mark Trachternach?
Wohl von jedem ein wenig…