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2. Handball-Bundesliga

Trainerschelte für die PSV

15.03.2009 | 18:55 Uhr

Kai Harbach ist sauer nach der 25:28-Heimniederlage der PSV Recklinghausen gegen die SGH Rosengarten. Die Niedersachsen sind sicher in den Play Offs, die Gastgeberinnen irgendwo im Niemandsland.

Recklinghausen. Erstmal einen Fünfer ins Phrasenschwein – und dann das: Jeder bekommt das, was er verdient. Für die SGH Rosengarten lobte Trainer Martin Hug eine Woche trainingsfrei aus. Der Neuling nahm nämlich trotz mittelprächtiger Leistung zwei Punkte aus Recklinghausen mit und hat nach dem 28:25 (11:10) bei der PSV schon vier Spieltage vor dem Saisonende in der 2. Handball-Bundesliga einen Play-off-Platz sicher. Schlechter weg kamen die Spielerinnen des Gastgebers, die vom gefrusteten Kai Harbach ungewöhnlich harsche Trainerschelte abbekamen: „Wir haben in der zweiten Halbzeit undiszipliniert gespielt, gerade in Überzahl, und hatten eine katastrophale Chancenverwertung. Im Angriff haben wir gespielt wie ein Absteiger.”

An ihr lag es nicht. Iris Schultz lieferte im PSV-Gehäuse eine tolle Leistung ab, war aber alleine machtlos gegen die SGH Rosengarten. Foto: Reiner Kruse

Der Mann war sauer. Und er war es zurecht. Denn gegen einen Play-off-Teilnehmer, der gestern nun nicht gerade überragend agierte, wäre weitaus mehr drin gewesen als das auf den ersten Blick akzeptable Resultat. Das hätte nämlich viel deutlicher ausfallen können, wenn Iris Schultz im PSV-Gehäuse in ihrem geschätzt 453 Pflichtspiel nicht einmal mehr eine famose Leistung abgeliefert und reihenweise Fehler ihrer Vorderleute wieder ausgebügelt hätte. „Weltklasse”, befand Kai Harbach. „Aber sie kann eben nicht alles halten.”

Frappierend war die Leichtfertigkeit, mit der sein Team nach dem Seitenwechsel seine Siegchance wegschenkte. Grauselige Abspielfehler, unkonzentrierte Abschlüsse, wildes Spiel ohne Konzept. Selbst Gästetrainer Hug sprach von der PSV als „König im Chancenvergeben”. Und: „Das hätte viel enger für uns werden können.” Aber irgendwo zwischen der 35. und 45. Minute blieb die Linie der Heimsieben völlig auf der Strecke.

Ernüchternd fiel daher auch das Fazit von Kai Harbach aus: „Wir haben gegen kein Spitzenteam gewonnen. Und deshalb gehören wir da auch nicht hin.” Die Rede ist von einem Platz in der Aufstiegsrunde, den die PSV mit einem Sieg als Vierter wieder eingenommen hätte. So aber steht sie irgendwo im Niemandsland. An Abstieg muss niemand mehr denken, von Aufstiegsrunde darf aber auch wohl niemand träumen.

PSV Recklinghausen: Schultz, Beikirch (2), Saxe (5), Surholt (1), Pieper (1), Faeseke, Weber (7/5), Wolf, Reinhart (3/1), Claus (3), Brandes (3)

SGH Rosengarten: Albers, Bernhardt, Kotenko (7/4), Görl (1), Misiak (2), Harms (8/2), Müller (3), Nendza (1), Schliecker (3), Heinzelmann, Bauer (3)

Schiedsrichter: Caris/Förster

Zuschauer: 250

Stationen: 5:2 (10.), 7:7 (20.), 10:11 (30.) – 14:16 (40.), 17:22 (50.), 25:28

Andreas Rorowski

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