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Fußball: Triple-X-Projekt...

Tollkühn und Körnig

18.02.2010 | 16:20 Uhr
Tollkühn und Körnig

Marl. Die finanziellen Probleme der Spvg. Marl sorgen für reichlich Gesprächsbedarf.

Man muss gar nicht mehr auf die Wettervorhersage für das kommende Wochenende blicken. Es steht bereits fest, dass A-Kreisligist Spvg. Marl nicht wie geplant am Sonntag beim SV Westerholt nach der verschneiten Winterpause wieder gegen den Ball treten kann. Das Spiel ist abgesagt. Eins ist inzwischen ebenso Gewissheit bei den Marlern: Nachdem in der letzten Woche bekannt geworden war, dass der Verein mit 3 600 Euro beim Fußballverband Westfalen in der Kreide stand und ihm damit der Ausschluss vom Spielbetrieb drohte, ist dieses Problem inzwischen durch die kurzfristige finanzielle Hilfe der eigenen Jugendabteilung aus der Welt geräumt.

Mittlerweile sind jedoch noch weitere Versäumnisse seitens des Marler Vereins zu Tage getreten. So korrigierte Hans-Otto Matthey, Vorsitzender des Fußballkreises Recklinghausen, die Höhe der Rückstände von 3 600 Euro auf 6 000 Euro. „Der Großteil ist inzwischen getilgt. Nur ein kleiner Rest bleibt offen. Die Spvg. Marl ist weiterhin lebensfähig. Nur muss sie nun auch den Mut haben, sich neu aufzustellen”, sagt Matthey, der in nächster Zeit als Moderator zwischen dem Hauptvorstand um Alfred Körnig und der Jugendabteilung um Markus Tollkühn fungieren will. Denn hier scheint laut dem Kreisvorsitzenden einiges im Argen zu liegen. „Körnig meinte alles alleine schultern zu können. Das schafft er aber nicht. Darum müssen wir jetzt Impulse geben, analysieren und gemeinsam handeln.”

Alfred Körnig Foto: Jürgen Wolter

Fraglich ist allerdings, ob die Marler lediglich beim Fußballverband finanziell in Rückstand sind. Während Körnig bekräftigt alle offenen Rechnungen beglichen zu haben, lässt Tollkühn hingegen durchblicken, dass unter anderem noch weitere Beträge bei der Stadt Marl offen sind. „Mit den 3 600 Euro, die wir als Jugendabteilung für den Hauptvorstand beglichen haben, ist es noch lange nicht getan. Es wurden noch einige andere Sachen offengelegt und von vielem weiß man bestimmt auch nichts”, sagt der Jugendleiter und verweist auf den mangelnden Informationsfluss im Verein. „Unserem Vorsitzender Alfred Körnig ist einiges über den Kopf gewachsen und er stand teilweise alleine auf weiter Flur. Er hätte aber nur einmal auf uns zu kommen und mit uns reden müssen, dann wäre es vielleicht gar nicht so weit gekommen.” Tollkühn hat inzwischen mit seinem Jugendvorstand die Führung des Vereins federführend übernommen.

Für ihn hat nun eine außerordentliche Hauptversammlung die höchste Priorität, um den Verein vor weiteren Schaden zu bewahren. „Wir wollen mit so vielen wie möglich den Verein aus dem Schlamassel ziehen und so gesund wie möglich in die Fusion starten.” Denn auch wenn es sich zunächst um vereinsinterne Unstimmigkeiten handelt, könnten sich die nun aufkommenden Defizite auf längere Sicht gesehen auch auf das bevorstehende Projekt Triple X im Zusammenhang mit der Vereinsfusion der Spvg., der SG Marl und dem VfL Drewer auswirken.

Schließlich hat auch der Vorsitzende des VfL Drewer, Peter Millucks, erst „durch Flüsterpropaganda von Außenstehenden” von der misslichen Lage des zukünftigen Fusionspartners erfahren. „Die Spvg. muss die Fakten nun auf den Tisch legen. Wir müssen ja wissen, was auf uns zukommt.” Auch Claus Lanczek, Vorsitzender der SG Marl, meldet Gesprächsbedarf an: „Nun mal Butter bei dir Fische. Wir müssen fair miteinander umgehen und jeder von uns dreien hat seine Hausaufgaben zu machen. Wir wollen allerdings keine Schulden übernehmen. Das wird nun zu klären sein.” Dennoch betont Lanczek weiterhin, wie wichtig die Fusion für die drei Marler Vereine ist und beruft von daher in den nächsten Tagen ein „Krisentreffen” der drei Vereinsführungen ein. Bis dahin heißt es nun erst einmal abwarten.

Auch den Spielern bleibt hinsichtlich der Platzverhältnisse kaum eine andere Möglichkeit als abzuwarten.

Britta Becker

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