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Thon unterschreibt bei Hüls

03.02.2010 | 18:43 Uhr

Olaf Thon, Weltmeister von 1990, unterschreibt als Trainer beim NRW-Ligisten VfB Hüls.

Marl. Weltmeister ist er. 1990 gehörte er zum Aufgebot der Fußball-Nationalmannschaft. 52 Länderspiele hat er gemacht, 443 Bundesliga-Spiele für Bayern München und vor allem für Schalke 04. Mit dem Namen Olaf Thon können alle, die sich halbwegs für Fußball interessieren, etwas anfangen, weil er erfolgreicher Spieler und Gesprächspartner war und ist.

Präsident Dr. Hartmut Müller und Olaf Thon. Fotos: Reiner Kruse

Regelmäßig ist er auch heute im Fernsehen zu sehen, im Radio zu hören. Thon ist bekannt und irgendwie hat man das Gefühl, als würde man ihn genauestens kennen, den Mann, der nicht zum Kopfball-Ungeheuer taugte, der in Gelsenkirchen geboren wurde und dann hinaus in die Welt ging. Bei seinen Spielen konnte man ihn bewerten. Er war oft gut, spielte lange auf einem sehr hohen Niveau.

Der unbekannte Thon

Nun aber ist er wieder der unbekannte Thon. Er fängt bei Null an, muss sich die Meriten erst verdienen. Er wird Trainer. Beim VfB Hüls. In der NRW-Liga. Oder wie er es selber sagt: „Die Zeit ist gekommen, meine Trainerlizenz mit Leben zu füllen.” Dass er auch am Rande des Rasens erfolgreich sein wird, davon gehen zumindest alle Beteiligten an diesem Mittwoch, den 3. Februar 2010, aus. Die Frage, ob denn sein Vertrag auch für die Westfalenliga gelten würde, fängt zunächst Horst Darmstädter ab, der Fußball-Boss des VfB Hüls, der sichtlich stolz gerade noch die große Schar der Medienleute im Vereinsheim am Badeweiher begrüßt hat. „Sie können froh sein”, antwortet Darmstädter dem Fragesteller, „dass Klaus Täuber heute nicht da ist. Er ist schwer erkältet. Ansonsten aber hätte er sie an die Wand genagelt. Wir steigen nicht ab.” Die Frage ist damit nicht beantwortet und Thon übernimmt das Mikrophon. „Heute hat ein Mann Geburtstag, der hat als Trainer bei einer D-Jugend angefangen. Jogi Löw. Wenn sich im Mai abzeichnen sollte, dass es nicht die NRW-Liga ist, dann werden sich die entsprechenden Menschen noch einmal zusammensetzen.”

Großes Medieninteresse an der Neuverpflichtung.

Wenn auch nur ein Funke der Euphorie, der Begeisterung die Thon in Hüls jetzt schon auslöst auf die aktuelle Mannschaft überspringt, ist die Westfalenliga schnell kein Thema mehr. Sie erwarten sich viel, sehr viel von diesem Mann, der bislang einmal die Victoria-National-Elf auf ein Spiel gegen den FC Schalke 04 vorbereitet hat. Sie erwarten sich Erfolg, höhere Besucherzahlen, größere Bekanntheit, vielleicht sogar Spiele gegen Bundesligisten. Das letzte zumindest aber will Thon nicht versprechen. Auch hier gibt er den Diplomaten, den Mann, der versucht verbindlich zu sein, ohne einem anderen dabei auf die Füße zu treten. So ist seine Außendarstellung als Ex-Profi, als Fernsehexperte.

Ein harter Hund?

Wie aber wird er als Trainer sein? Ein harter Hund? Einer wie Felix Magath? Oder eher einer wie Peter Neururer? Typ Dampfplauderer? Wohl kaum. Auch Engin Yavuzaslan fragt sich, worauf er sich ab dem 1. Juli einstellen kann, darf, muss. Der aktuelle Spielführer des Hülser-NRW-Liga-Teams schaut sich den neuen Trainer des Vereins zusammen mit seinen Mitspielern Tim Dosedal, Michael Planhof und Thorsten Stondzik an und hört, dass Thon sich bis zum Saisonende bereits einige Spiele, „auswärts und am Badeweiher”, ansehen wird. Er wolle sich bereits jetzt ein Bild davon machen, auf wen er im Zweifelsfall zählen kann. Neun Verträge laufen aus. „Vorspielen für Thon” heißt nun die Unterzeile zu „Klaus Täuber soll bald den Klassenerhalt schaffen”.

Mit Täuber, einst Mitspieler in Schalke und beim legendären 6:6 im Pokal gegen die Bayern mit auf dem Platz, habe er noch am Morgen „ein langes, informatives Gespräch geführt”, sagt Thon und macht auch damit klar, dass er sich bereits vorbereitet hat, sich weiter vorbereiten wird. Er weiß, wie die zweite Mannschaft in der Bezirksliga steht, wird demnächst auch mit Thorsten Kornmeier, dem Hülser Jugendkoordinator sprechen. Zwei Co-Trainer hat er auch. Er bringt sie nicht mit. Wolfgang Heisterkamp und Holger Jahnke dürfen bleiben. Auch ein Weltmeister tut gut daran, sich zum Start in ein neues Geschäft Menschen an seine Seite zu holen, die die besonderen Schleichwege kennen.

Markus Rensinghoff

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