Thomas Schaepers beendet internationale Karriere

Zum Abschied hätte es ein wenig mehr sein dürfen: Mit Platz fünf bei der Taekwondo-Europameisterschaft in Brüssel (Belgien) war Thomas Schaepers, Abteilungsleiter des TuS 09, nicht ganz zufrieden. Nach 20 Jahren auf internationalem Parkett waren die kontinentalen Titelkämpfe sein letzter Auftritt außerhalb der Bundesgrenzen.

Oer-Erkenschwick.. Nein, so ganz zufrieden ist Thomas Schaepers nicht mit seiner Platzierung. "Ich hatte mir etwas mehr erhofft als Platz fünf", sagt der 50-jährige Großmeister. Wehmut aber verspürt er nicht. "Wenn man sein Bestes gegeben hat, ist es nicht schlimm." Zudem sei ein Grund auch in der Zusammensetzung des Kampfrichtergremiums zu finden, sagt Schaepers ohne Groll. "Der Taekwondo-Bereich aus Deutschland war in diesem Jahr unter anderem aus Angst vor Anschlägen nicht ganz so gut vertreten, auch bei den Kampfrichtern nicht", sagt er. "So kamen vier der Kampfrichter aus dem Karate, wo es einen sehr guten, harten Stil des Formenlaufs gibt, und nur einer aus dem Taekwondo." Die Karateka seien daher wohl ein wenig im Vorteil gewesen.

Das Beste, das Schaepers zu bieten hatte, bescherte ihm nach furiosen Vorkämpfen mit drittbester Wertung im Formenlauf den Finaleinzug. Dort allerdings hatte er keine Chance mehr: Gegen den amtierenden Weltmeister aus Belgien sowie dessen Vize aus den Niederlanden zog Schaepers jeweils den Kürzeren. Qualifiziert hatte er sich über das Kadertraining der International Budo Federation (IBF) Deutschland bei Bundestrainer Richard Hammer.

Und so ging in Brüssel eine 20-jährige internationale Karriere als Kämpfer und internationaler Kampfrichter A zu Ende, die ihren ersten großen Höhepunkt 1998 bei der Europameisterschaft in Belgien hatte. "Da habe ich meinen allerersten ersten internationalen Platz im Formenlauf geholt", erinnert sich Thomas Schaepers, für den sich damit ein Kreis schließt. Der erste Erfolg wurde in Belgien gefeiert, der letzt Auftritt fand jetzt ebenfalls dort statt.

Zur Erinnerung: Eigentlich war das internationale Karriereende bereits für das Jahr 2015 geplant gewesen, aber wenige Tage vor der Weltmeisterschaft in Steinfurt erwischte den mehrfachen Vizeweltmeister eine starke Stirnhöhlenvereiterung - ein Start war ausgeschlossen. So machte Schaepers doch noch ein Jahr lang weiter, wenn auch nicht mehr im Halbkontakt, sondern nur noch im Formenlauf.

Ein Bonbon für den Abteilungsleiter des TuS 09 hielt der Aufenthalt im Brüssel aber auch noch bereit: Parallel zur EM fand auch der Kongress der IBF statt, in dessen Rahmen Thomas Schaepers mit dem 8. Dan ausgezeichnet wurde - einen höheren Dan beim IBF trägt nur noch dessen Präsident (9. Dan), mit Rolf Harder gibt es neben Thomas Schaepers aktuell nur noch einen weiteren Träger des 8. Dan.