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Team gegen Talent

05.03.2010 | 15:16 Uhr
Team gegen Talent

Herten. Es geht um Platz zwei. Nicht mehr aber eben auch nicht weniger. Wenn am Sonntag um 18 Uhr das Spiel in der 2. Bundesliga Pro B zwischen den Würzburg Baskets und den Hertener Löwen beginnt, dann geht es für beide Teams auch darum, den direkten Kontrahenten hinter sich zu lassen.

Rhöndorf ist Erster und schon streng auf Kurs Richtung Pro A. Dahinter aber folgen im dichten Abstand Herten, Würzburg, Ehingen und Nürnberg. Jeder lauert auf einen Ausrutscher des anderen und jeder will natürlich den direkten Vergleich mit den anderen Teams gewinnen. Das Hinspiel zwischen Herten und Würzburg endete mit einem 77:65-Sieg für die Hertener. Deshalb werden sie, obwohl sie punktgleich mit den Würzburger sind, in der Tabelle als Zweiter geführt. Das soll so bleiben.

Boris Kaminski, der Hertener Trainer versucht die Luft etwas herauszunehmen. Ein Endspiel um den zweiten Aufstiegsplatz sieht er nicht. „Dafür haben beide Team danach noch zu viele Spiele.” Gleichwohl weiß er, dass ein Sieg in so einem Spiel für weiteren Auftrieb sorgen kann. Natürlich will er es gewinnen aber ganz bewusst nimmt er den Druck von seinem Team und schiebt die Favoritenrolle den Würzburgern zu. „Würzburg hat Druck. Die haben vor der Saison den Aufstieg als Ziel ausgegeben, haben sich jetzt noch einmal verstärkt. Würzburg hat auch mehr Talent in der Mannschaft als wir.”

Kaminski weiß indes auch, dass im Basketball nicht nur das Talent den Ausschlag gibt. Team schlägt Talent ist eine oft gesehene Erscheinung, für die die Hertener ein gutes Beispiel sind. Da glänzt zwar immer wieder Ahmad Smith mit herausragenden Werten, was das Spiel der Hertener jedoch richtig stark macht ist die mannschaftliche Geschlossenheit und die Fähigkeit als Team extrem gut zu verteidigen und zu funktionieren.

Das erwartet Kaminski auch in diesem Spiel. Darüber hinaus hat er wieder versucht seine Spieler mit einer besonderen Aktion auf dieses besondere Spiel vorzubereiten. 3 000 Zuschauer werden dieser Partie in Würzburg einen würdigen, vor allem aber sehr lauten Rahmen geben. Da ist eine normale Kommunikation auf dem Feld kaum bis gar nicht möglich. Um das zu immitieren, ließ Kaminski die Spieler mit Ohrstöpsel trainieren. „Da sucht man dann fast automatisch wieder mehr den Blickkontakt untereinander oder mit dem Trainer. Auf die Zeichensprache kommt es dann an.”

Auf die Körpersprache auch. Deshalb ist Kaminski froh, dass der erfahrene Maik Berger nach seiner Knieverletzung aus dem Spiel in Weißenhorn wieder einsatzfähig ist. „Er möchte spielen”, sagt Kaminski, der dafür aber diesmal nicht mit Christian Marquardt als Ersatz-Aufbauspieler planen kann. Er ist beim NBBL-Team gefordert und verpasst ein Spiel und eine Fahrt, bei der die Hertener Spieler zunächst auf dem Hinweg die Bezahlung der Getränke für die Fans im Bus übernehmen werden. „Stimme ölen muss sein”, sagt Kaminski und kann sich durchaus vorstellen, dass es auch auf der Rückfahrt Freigetränke gibt.

Markus Rensinghoff

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