Tanis muss gehen - oder doch nicht?
08.12.2008 | 13:06 Uhr 2008-12-08T13:06:00+0100Der FC 96 Recklinghausen will sich rückwirkend von seinem Spielervermittler getrennt haben. Doch der weiß gar nichts von einer Vertragsauflösung und sagt nichts ohne seinen Anwalt
Recklinghausen. Sehr gegensätzlich ist aktuell die Auffassung des Fußball-Westfalenligisten FC 96 Recklinghausen und seines Kooperationspartners Necdet Tanis über den aktuellen Stand der Zusammenarbeit. Während FC-Chef Jürgen Siedelhofer vom einer einvernehmlichen Vertragsauflösung spricht, blockt Tanis bei diesem Thema ab.
Für Siedelhofer ist der offizielle Vertrag zwischen dem FC 96 Recklinghausen und der Firma des von der FIFA lizensierten Spielervermittlers Tanis beendet. „Wir haben den Vertrag rückwirkend zum 7. Oktober 2008 aufgelöst. Damit ist die Geschichte für beide Seiten nun einvernehmlich beendet.” Während sich das nun von FC-Seite nach einem gütlichen Ende eines großen Missverständnisses anhört, ist Tanis von diesem Stand der Verhandlungen überrascht. „Das kann ich so nicht bestätigen. Für mich ist dieser Fall weiter ein schwebendes Verfahren, über das ich nun erst einmal noch mit meinem Anwalt sprechen muss.” Mehr wollte Tanis zu seinem aktuellen Stand der Verhandlungen nicht sagen.
Auf die Frage nach den Gründen, warum der FC die Zusammenarbeit mit Tanis überhaupt beenden wollte, verweist Siedelhofer darauf, „dass wir uns innerhalb von wenigen Tagen nicht mehr im eigenen Haus gefühlt haben. Tanis wollte immer mehr das aktuelle Tagesgeschäft bestimmen und damit waren wir nicht einverstanden.”
Dieses einseitige Ende der Zusammenarbeit passt nun gut in den bisherigen Spielfilm eines großen Missverständnisses zwischen den beiden Parteien. Dabei hatte sich alles im September diesen Jahres im Rahmen der offiziellen Pressekonferenz auf der die Zusammenarbeit zwischen Tanis und dem Fußball-Westfalenligisten ganz vielversprechend angehört. Damals war vom schnellen Aufstieg in die NRW- und dann in die Regionalliga die Rede. Während sich der FC und sein Trainer Peter Anders um die sportlichen Belange und die Betreuung der ausländischen Spieler von Tanis kümmern sollten, versprach der Spielvermittler mit seiner Firma für das notwendige finanzielle Gerüst zu sorgen.
Doch bereits nach wenigen Wochen schon offenbarten sich erste Risse in dieser Partnerschaft. Zunächst machte Anders seinen Unmut darüber Luft, dass immer wieder unangemeldet neue Spieler beim Training erscheinen würden. Dann kamen Mitte Oktober die erste Gerüchte über ein schnelles Ende der Zusammenarbeit zwischen Tanis und dem FC 96 auf, die von beiden Seiten nicht dementiert wurden. Erneut nur kurze Zeit später wurde bekannt, dass der FC einen Anwalt beauftragt hatte, der sich mit der Frage beschäftigen sollte, wie der Verein ohne großen Verluste aus dieser Zusammenarbeit herauskommen könnte. Diese Geschichte der vielen Missverständnisse gipfelt nun in der einseitigen Verkündung der Vertragsauflösung.
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