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System-Absturz: Hertener Löwen verlieren in Schwelm

09.01.2011 | 13:13 Uhr
System-Absturz: Hertener Löwen verlieren in Schwelm
Bedient: Hertens Trainer Boris Kaminski

Schwelm.Nic Schulwitz war der letzte Spieler der Hertener Löwen, der noch in der Halle saß. „Ich wollte mir das noch möglichst lange ansehen, dieses Bild einprägen, um das nicht zu vergessen“, sagte er nach der 63:92-Niederlage bei den Schwelmer Baskets in der 2. Bundesliga ProB.

Es war ein Spiel, das ähnlich ablief wie das Hinspiel, als Aufsteiger Schwelm verdient in Herten gewann. Es war ein Spiel, das einen außerordentlichen Höhepunkt hatte, als Hertens Marcus Monk ein disqualifizierendes Foul angehängt bekam und nicht wusste wie ihm geschah. Es war ein Spiel, das den Systemabsturz für die Hertener Löwen brachte. Es war ein Spiel, nachdem Hertens Trainer Boris Kaminski von fehlendem Respekt sprach. Er meinte die Schiedsrichter.

Dem Schiedsrichtergespann Holger Lohmüller und Dennis Sirowi aus Niedersachsen passierte das, was Schiedsrichtern nicht passieren sollte: sie entschieden das Spiel mit. Sie verhängten die Strafen gegen Monk. Sie schickten Hertens besten Akteur vorzeitig zum Duschen. Danach stand der Sieger endgültig fest: Schwelm. Dass das Team von Trainer Raphael Wilder auch den zweiten Vergleich mit den Hertenern ohne diese Hinausstellung gewonnen hätte war bereits nach dem Spielverlauf bis zur Monk-Maßnahme zu erwarten, zu vermuten.

Die Hertener hatten zwar ein gutes erstes Viertel gespielt, hatten durch einen aufmerksamen Vincent Kittmann und einen wieder gut aufgelegten und treffsicheren Monk kompensieren können, dass Center Christoph Hackenesch nach einer schweren Erkältung zunächst auf der Bank saß. Aber auch da war die Quote der Drei-Punkt-Würfe bereits so schlecht wie nie. Die Hertener trafen gar nichts. Bei 23 Versuchen bis zum Ende des Spiels hatte nur Schulwitz ein Erfolgserlebnis. Wilders Plan, die Hertener, die in der Woche aufgrund der gesperrten Sporthalle der Gesamtschule in Herten nicht vernünftig hatten trainieren können, von außen ohne Bedrängnis werfen zu lassen und ihnen dafür massiv den Weg zum Korb zu verstellen ging voll auf. Vier Prozent war die Trefferquote der Hertener von draußen. Die Schwelmer brachten es auf 38 Prozent.

Bis zur Mitte des zweiten Viertels hatten die Hertener das Spiel dennoch im Griff, führten mit 34:30. Bis zum Ende dieses Viertels aber kippte die Partie. Die Hertener schafften noch drei Punkte, die Schwelmer 14. Als Monk disqualifiziert wurde hieß es bereits 54:42 für Schwelm. Als alle aus dem technischen und dem disqualifizierenden Foul resultierenden Freiwürfe geworfen waren hieß es 59:42, vier weitere Angriffe später sogar 63:42. Der Rest war Aus- und Schaulaufen für die Schwelmer und ihre Fans nach dem Motto „Jetzt darf jeder mal ran und einen Dreier versuchen“.

Die (meisten) Hertener Fans dagegen feierten dennoch ihr Team. Anders als im Hinspiel, als die Hertener Zuschauer fast paralysiert die Niederlage verfolgt hatten, honorierten sie diesmal Einsatzwillen und Einstellung des Teams, dass kämpfte, viel versuchte, dabei weiterhin glücklos blieb und nach einem langen Applaus in Richtung Fans schnell in der Umkleide verschwand. Bis auf Nic Schulwitz. Der beendete aber recht schnell den Speichermodus. „Wir haben jetzt wie im Hinspiel wieder einen gehörigen Rums abbekommen. Jetzt müssen wir reagieren und am besten die beiden folgenden Heimspiele gewinnen. Gut ist, dass es egal ist, wie hoch wir verloren haben. In den Playoffs zählen diese Ergebnisse nicht mehr.“ Höchstens noch als warnende Erinnerung.

Schwelm: Holmes (7/1 Dreier), Opitz (3/1), Doll (6/2), Malbeck (6), Dücker (5/1), Gentgen (7), Dohmen (19/1), Bunts (21/4), Speier (14/1), Agyapong (4), Neitzel

Herten: Hartmann (3), Kittmann (10), Monk (14), Schütz (4), Hackenesch (8), Marquardt (2), Schulwitz (3/1 Dreier), Wolff (4), Schultz (11), Berger (4)

Viertel: 21:24, 23:13, 25:9, 23:17

Markus Rensinghoff

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