Stürmisches Stuckenbusch
26.10.2009 | 16:16 Uhr 2009-10-26T16:16:00+0100Recklinghausen. Bereits in der vergangenen Saison waren die Sportfreunde Stuckenbusch das Team mit dem größten Torhunger. Stürmisches Stuckenbusch. Mit einem Torverhältnis von 109:45 beendeten die Stuckenbuscher die Saison. Das brachte 64 Punkte. Das war nicht schlecht.
Das war aber nicht ausreichend, um die Klasse nach oben zu verlassen. Es reichte für Platz zwei. Mit dem TuS 05 Sinsen gab es eine Mannschaft, die ähnlich viele Tore erzielte (108:25), die aber fünf Spiele mehr gewann und überhaupt nur einmal verlor. Sinsen stand früh als neuer Bezirksligist fest.
Dieser Tage aber geht kein Weg mehr an den Sportfreunden Stuckenbusch vorbei. Nach dem zwölften Spieltag ist das Team Erster, hat bereits neun Punkte Vorsprung auf den Tabellenzweiten SC Herten und hat an diesem Spieltag mal eben gegen den bisherigen Zweiten SC Marl-Hamm mit 5:0 gewonnen und als ob das als Demonstration der Stärke, des fast schon überbordenden Selbstvertrauens noch nicht reichen würde sagt Trainer Michael Pannenbecker (44): „Wir sind noch gar nicht bei einhundert Prozent.”
Das ist mehr Wunsch als Warnung für den Rest der Liga, die bisweilen schon eingeschüchtert genug scheint. Gegen Stuckenbusch traut sich kaum ein Team ein offensiven Schlagabtausch. Den meisten Gegnern würde der auch schlecht bekommen. Denn immerhin sieht Pannenbecker sein Team bei neunzig Prozent angekommen. Als gelaufen, als vorzeitig entschieden betrachtet er diese Spielzeit jedoch noch lange nicht. „Wir haben zwar gegen die Teams, die mit oben stehen gewonnen. Aber die Spiele, die jetzt kommen, gegen Mannschaften aus dem Mittelfeld, da wird es nicht einfacher, sondern eher schwerer. Diese Gegner stellen sich von Beginn an hinten rein.” Da wird es zumeist für Spitzenteams erst leichter, wenn das erste Tor gefallen ist.
Angreifer, die das Eis brechen könnten, hat Pannenbecker genug. Michael Lackmann, Michael Kruse, Lars Fack. Dieses treffsichere Trio, das in Recklinghausen die Torschützenliste anführt, würden auch höheren Ansprüchen genügen. Sollten die Stuckenbuscher den Aufstieg schaffen, müsste Pannenbecker bei der Besetzung des Angriffs wohl kaum eine Veränderung vornehmen. Der Nachfolger von Dirk Basler sieht überhaupt momentan wenig Anlass zur Kritik.
Erst kurzfristig hatte er sich vor der Saison für die Stuckenbuscher und gegen ein Engagement als B-Jugend-Trainer bei der Spvgg. Erkenschwick entschieden. Als Trainer, der erfolgreich in der Verbands- und Oberliga arbeitete, der mit der Spvgg. Erkenschwick den Aufstieg in die Oberliga schaffte, war er mehr als skeptisch, als er darum ging, sich für eine Mannschaft aus der Kreisliga A zu entscheiden. „Da hatte ich Bedenken. Gerade was die Einstellung der Spieler und die Professionalität des Umfeldes anbelangt.” Heute sagt er dazu: „Das war die absolut richtige Entscheidung. Ein Glücksgriff. Was in Stuckenbusch passiert, ist schon sensationell. Das hat wenig mit Kreisliga zu tun. Wenn ich zum Beispiel die Trainingsbeteiligung sehe, dann muss ich sagen, sie ist besser als zu meiner Zeit als Trainer beim SV Sodingen in der Landesliga.”
Genau darin aber sieht er den Schlüssel zum Erfolg. „Auch in der Kreisliga gewinnt man keine Spiele nur mit Namen. Man muss für den Erfolg arbeiten, man muss fit sein. Das sind wir. Im Gegensatz zu anderen Teams der Liga, die meistens nach 45 Minuten, spätestens nach einer Stunde konditionell abbauen, können wir über die gesamte Spielzeit Vollgas gehen. Zudem muss man die Spieler auch taktisch schulen. In der vergangenen Saison war es doch so, dass das Stuckenbuscher Spiel vollkommen auf Lars Fack ausgerichtet war. Da hieß es, Lars Fack, mach mal. Wenn er dann nicht traf, ging das Spiel verloren. Jetzt hat er zwar erst elf Tore selber erzielt, aber schon zwanzig vorbereitet. Das ist ein wichtiger Unterschied.”
Es kann der entscheidende sein. Stuckenbusch in der Bezirksliga. Für Pannenbecker wäre das der logische Weg und noch nicht das Ende der Möglichkeiten. „Hier in Stuckenbusch kann man etwas bewegen. Zuerst aber müssen wir aus dieser Liga raus. Dann kann man sehen, was man daüber hinaus machen kann.”

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Der Mann ist viel besser als ich dachte !! Klasse was der in der kurzen Zeit aus der Mannschaft gemacht hat.