Spvgg. und FC 26 müssen zahlen

Eigentlich war es nur ein ganz normales E-Jugendspiel, das da am 23. Mai auf dem Kunstrasenplatz des Stimberg-Stadions zwischen den Nachwuchs-Mannschaften der Spvgg. und des FC 26 Erkenschwick über die Bühne ging. Doch in der im Fair-Play-Modus, also ohne Schiedsrichter, durchgeführten Partie, kam es auf dem Feld zu einigen strittigen Szenen, die die Gemüter von Eltern und Trainern hochkochen ließen und an deren Ende es wüste Beleidigungen gab.

Oer-erkenschwick.. Die FC-Jungs hatten das Derby mit 4:3 gewonnen. Doch nach Abpfiff ging’s neben dem Spielfeld weiter. Nach Aussage von einigen Zeugen, musste FC-Coach Olaf Biederbeck Beschimpfungen über sich ergehen lassen, die klar jedes Maß überschritten. Andere Eltern berichten, dass der FC-Coach selbst Spieler der gegnerischen Mannschaft beleidigt haben soll und damit die Stimmung auf dem Platz vergiftete.

Fakt ist, dass Olaf Biederbeck, der auch dem Jugendvorstand des FC angehört, die Sache nicht auf sich beruhen lassen wollte und nach dem Spiel seinen Jugendleiter Markus Groß-Albanhausen informierte. "Und ich hab’ dann eine Mail an den Staffelleiter geschrieben, in der ich ihn um Hilfe in dieser Angelegenheit gebeten habe", sagt Markus Groß-Albenhausen selbst dazu. Staffelleiter Dominik Lasarz leitete die Angelegenheit umgehend weiter an die Kreisjugendspruchkammer, die jetzt beide Vereine mit saftigen Ordnungsgeldern belegte.

Lasarz dazu: "Bei der Schwere der Vorwürfe konnte ich die Sache nicht mehr selbst entscheiden. Und in der E-Mail hat mich der Jugendleiter des FC wörtlich dazu aufgefordert, drastische Schritte gegen die Spvgg. einzuleiten. Da war es für mich logisch, dass ich die Spruchkammer einschalten musste."
Und die forderte beide Vereine nun zu einer Stellungnahme auf und fällte danach ein Urteil im schriftlichen Verfahren. Der FC 26 wird mit insgesamt 145 Euro zur Kasse gebeten. Die Spvgg. muss sogar noch tiefer in die Tasche greifen und 320 Euro an den Kreis zahlen. Die Kammer bestrafte damit das unsportliche Verhalten von Zuschauern und Trainern beider Vereine und die Nichtbeachtung der Regeln des Fair-Play-Modus. Der FC muss zusätzlich noch 65 Euro zahlen, weil der Kammer die Stellungnahmen des Vereins nicht fristgerecht vorlag.

Dass die Strafe für die Spvgg. noch etwas deftiger ausfiel, liegt daran, dass den Schwarz-Roten weitere Vergehen nachgewiesen wurden.

So bemängelte die Kammer unter Vorsitz von Herbert Herzmann, dass die Spvgg. zu dem Spiel keinen Ordnungsdienst gestellt hatte, was noch einmal mit 25 Euro zu Buche schlug. Gar eine Urkundenfälschung (100 Euro) leitete die Spruchkammer aus der Tatsache ab, dass der Co-Trainer der Spvgg., Tim Preis, beim Ausfüllen des elektronischen Spielberichtes, die Zugangsdaten seines Cheftrainers Michael Krygiel benutzte. "Der E-Jugendtrainer war verhindert, deswegen hat der Co-Trainer den Spielbericht gemacht. Und der hat bei uns eben keine eigenen Zugangsdaten", klärt Andreas Letzner, Geschäftsführer bei der Spvgg. auf.

Dass die ganze Angelegenheit am Ende solche Ausmaße angenommen hat und vor allem auch noch so teuer für beide Vereine geworden ist, bedauert auch FC-Boss Christian Wegner: "Ich habe mich bereits mit Hermann Silvers darüber unterhalten. Wir hätten das Geld lieber in unseren Jugendabteilungen ausgegeben. Man hätte es nicht so weit kommen lassen müssen. Unser Jugendleiter hat aber nach dem Vorfall zweimal vergeblich versucht, Kontakt zu den Verantwortlichen der Spvgg. aufzunehmen. Wenn der Kommunikationsweg nicht mehr funktioniert, muss eben die Gerichtsbarkeit entscheiden."

Wegner hätte sich gewünscht, dass es eine Entschuldigung seitens der Spvgg. gegeben hätte und fordert: "Der Verein muss durchgreifen und solchen Leuten ein Platzverbot erteilen. Die gehören nicht auf den Fußballplatz und schon gar nicht während eines Jugendspiels."

Von Freitag bis Sonntag richtet die Jugendabteilung des FC 26 die Jugendfußball-Stadtmeisterschaften auf dem Sportplatz am Steinrapener Weg aus.