Spektakel am Mühlenweg

Rot-Weiß Erkenschwick hatte auf der Zielgeraden der Vorbereitung mit Bezirksligist Borussia Ahsen einen echten Prüfstein vor der Brust. Offensichtlich ist das Team von Trainer Andreas Klemm gut gerüstet: Trotz 60 Minuten Unterzahl nach einer Ampelkarte gegen Pierre König lautete der Endstand 5:5.

Erkenschwick.. Fast hätte der A-Ligist Ahsen sogar geschlagen. Der Ausgleich für die Gäste fiel nämlich erst fünf Minuten vor dem Ende und aus Erkenschwicker Sicht sehr unglücklich per Eigentor. Torhüter Dominic Colloff war nach einer Ahsener Ecke als Letzter am Ball, ehe dieser die Linie zum Endstand überquerte.

Dass die Rot-Weißen würden Paroli bieten können, danach hatte es zu Beginn nicht ausgesehen. Denn schon nach vier Minuten führte die Borussia mit 2:0 und erhöhte nach 22 Minuten nochmals. "Dann hat uns Pierre König zurück ins Spiel gebracht", sagt RWE-Trainer Andreas Klemm. Mittelfeldmann König traf nach 27 Minuten zum 1:3. Auf den Torschützen mussten die Gastgeber nach einer halben Stunde aber verzichten, da er die Ampelkarte sah. "Die zweite Gelbe Karte musste man nicht unbedingt geben", so Erkenschwicks Trainer. "Pierre ist unglücklich eingestiegen und hat ein bisschen den Fuß drauf gehalten."

Da König mit Doppelspielrecht für seinen Heimatverein SV Babelsberg ausgestattet ist und dort am Sonntag zum Einsatz kommt, wird er Rot-Weiß wohl nur im Test am Freitag gegen Hillerheide II (19.30 Uhr) fehlen.
Der Platzverweis spielte überraschend eher Klemms Mannschaft in die Karten. "Wir haben Ahsen gut ausgekontert", lobt Klemm. Florian Pagels traf zweimal zum zwischenzeitlichen 3:3 (35., 50.), dann war Lukas Finke nach Ahsens 4:3-Führung per Doppelschlag erfolgreich (71., 73.). Am Ende stand am Mühlenweg also ein spektakuläres und torreiches Remis.

Die vielen Gegentreffer treiben dem Coach aber keine Sorgenfalten auf die Stirn. "Ahsen hat uns sehr gefordert, aber herausgespielt hat es seine Tore nicht", so Klemm, der einen abgefälschten Freistoß, zwei Sonntagsschüsse und zwei Ecken vor den Gegentreffern gesehen hatte. Sein Fazit vor dem Rückrundenstart am Sonntag bei Vestia Disteln II: "Die Viererkette funktioniert." Das kann man auch über das Offensivspiel sagen: "Florian Pagels findet zu alter Stärke zurück", so Klemm.

RWE: Colloff - Gümüs, Huber, Gartner, Finke (79. Kamp, 86. Erfkemper), Adamski, Pagels, Odabas, König, Dreher (84. Rathert), Thiesmeier.