Sommerkick statt Derbyfieber

Derby geht anders. Im letzten Heimspiel der Saison schaffte Genclikspor den gelungenen Kehraus. Mit 3:0 (1:0) besiegte das Team von Trainer Gürkan Demirdere realtiv ungefährdet die Spvgg. 95/08.

Recklinghausen.. Die Sonne strahlte über dem Eintracht-Stadion, doch wer sich auf ein hitziges Derby eingestellt hatte, der wurde enttäuscht. Obwohl die Spielstätten der beiden Teams nur wenige hundert Meter Luftlinie auseinander liegen, bekamen die Zuschauer nur einen lauen Sommerkick vorgesetzt. Dabei enttäuschten vor allem die Gäste, die besonders im zweiten Durchgang jeglichen Willen vermissen ließen.

Von Spielbeginn an war Genclik die tonangebende Elf, musste jedoch bis zur 27. Minute auf die Führung warten. Gökhan Timürlenk setzte sich auf der rechten Seite durch, zog zur Grundlinie und bediente Abdurrahman Köse, der zum 1:0 traf.

Im direkten Gegenzug zeigte die Spvg. 95/08 eines ihrer wenigen Lebenszeichen. Pascal Schäfer war frei vor Gencliks Keeper Ömer Etyemez und hatte den Ausgleich auf dem Fuß, scheiterte aber an Etyemez.
Das war es dann auch vorerst von den Gästen, die im zweiten Durchgang noch eine gute Möglichkeit hatten, ansonsten aber harmlos blieben.

Anders die Hausherren. Besonders in der zweiten Hälfte spielte Genclik mit den "Ludwigern" Katz und Maus. Immer wieder umspielten sie die Gäste-Abwehr. So auch in der 57. Minute, als Gökhan Timürlenk plötzlich ganz alleine vor dem Tor auftauchte. Timürlenk ließ sich die Chance nicht nehmen und traf zum 2:0. Zwanzig Minuten später setzte Ebubekir Bakkal mit seinem Treffer zum 3:0 den Schlusspunkt. Bezeichnend dabei war aber die Abwehrarbeit von 95/08. Gleich vier Mann standen um Bakkal herum, ließen ihn jedoch den Ball in aller Ruhe verarbeiten und schauten selig dabei zu, wie er den Ball im Tor unterbrachte. Dass sie danach nicht auch noch applaudiert haben, war alles.

Dementsprechend unzufrieden war 95/08-Coach Maik Steffen nach der Partie mit der Leistung seiner Mannschaft und der Art und Weise wie sich einige Spieler auf dem Platz verkauft hatten: "95 Prozent von dem, was wir heute gespielt haben, besaß keine Kreisliga A-Tauglichkeit." Zwar führte der Übungsleiter mildernde Umstände an - wie schlechte Platzverhältnisse oder hohe Temperaturen - aber Eines brannte sich nachhaltig ins Gedächtnis ein: "Heute waren nur wenige Spieler dabei, bei denen ich sage, da kannst du mit weiter arbeiten. Da war kein bisschen Ehrgeiz zu spüren. Aber zur Selbstkritik sind die ja gar nicht in der Lage. Und gerade da fängt für mich ein guter Fußballer an."