So viel Aufstieg war lange nicht

Sodinger Jubel: Falls es für den SVS zu Platz zwei reicht, bedeutet das den Aufstieg.
Sodinger Jubel: Falls es für den SVS zu Platz zwei reicht, bedeutet das den Aufstieg.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Für die Verfolgerteams von der Verbands- bis zur Bezirksliga stehen die Aufstiegschancen in diesem Jahr besonders gut – die Landesligazweiten müssen nicht einmal in die Relegation.

Noch vor ein paar Wochen verhieß die Tabelle der Regionalliga West für den westfälischen Fußball nichts Gutes. Auf den Abstiegsplätzen hatten es sich mit Siegen, Bochums und Schalkes U23 gleich drei Klubs aus Westfalen „bequem“ gemacht. Ein Erdrutsch drohte.

Nach dem Abpfiff in der Regionalliga West hat sich die Lage gründlich geändert. Schalke hat sich gerettet, Bochum nimmt seine U23 aus dem Spielbetrieb, bleiben als westfälischer Absteiger nur die Sportfreunde Siegen.

Dazu kommt, dass sich mit VfB Hüls (Oberliga) und SuS Langscheid/Enkhausen (Westfalenliga) zwei Klubs aus freien Stücken in die Bezirksliga zurückziehen. Für aufstiegswillige Vereine eröffnet das alles völlig neue Perspektiven.

Konkret? Wir haben bei Reinhold Spohn nachgefragt, dem Chef des Verbandsfußballausschusses und Staffelleiter von Regionalliga West und Oberliga. Der Funktionär aus Herne hat am Wochenende den Rechenschieber ausgepackt. Das Ergebnis: Spohn setzt auf einen verstärkten Aufstieg – von der Westfalenliga bis zur Bezirksliga. Hier seine Prognose:

Oberliga

Weil vier Klubs die Oberliga verlassen (zwei Aufsteiger in die Regionalliga, ein Absteiger und VfB Hüls), aber zunächst nur drei Vereine dazukommen (SF Siegen und zwei Westfalenliga-Meister), ist ein Platz frei. Um auf die Sollstärke von 18 Mannschaften zu kommen, spielen die Westfalenliga-Vizemeister einen dritten Aufsteiger aus.

Westfalenliga

Richtig turbulent wird es in der Westfalenliga: Aus beiden Staffeln (zusammen 32 Vereine) steigen drei Klubs auf und sechs ab. Macht neun Abgänge. Da es mit Zweckel oder Westfalia Herne nur einen Absteiger aus der Oberliga in die Klasse gibt (der VfB Hüls geht in die Bezirksliga), sind acht freie Plätze zu vergeben. Spohn: „Damit steigen vier Landesliga-Meister und die vier Vizemeister auf. Eine Relegation entfällt.“ Was bedeutet: Springt der SV Sodingen noch auf Rang zwei, muss er sich nicht durch die Relegation quälen.

Landesliga

Auch in den Aufstiegskampf zur Landesliga kommt Bewegung – unter anderem, weil Westfalenliga-Absteiger Langscheid/Enkhausen auf den Platz in der Landesliga verzichtet und für die Bezirksliga meldet. Neben den zwölf Bezirksliga-Meistern steigen drei weitere Klubs auf. Die zwölf Vizemeister dürfen sich im Juni auf eine lange Relegation „freuen“.

Aber ob alles auch so kommt? Dafür legt Reinhold Spohn seine Hand nicht ins Feuer. „Ich betone: Das ist der Stand jetzt. Wer weiß, was noch passiert.“ Zwar kann sich auch der Funktionär derzeit keine Entwicklung ausmalen, die seine Prognose noch auf den Kopf stellen würde. Aber wie heißt es doch so schön: Im Fußball ist alles möglich.