Sebastian Rinus freut sich über den zweiten Platz

Wer ein Finale verliert, ist in der Regel enttäuscht. Bei Jugend-Handballer Sebastian Rinus und seiner Mannschaft des TuSEM Essen war das nach dem 21:25 (11:15) gegen die Füchse Berlin Reinickendorf im Endspiel um die Deutsche B-Jugend-Meisterschaft aber nur kurz der Fall.

Oer-erkenschwick.. Denn es gab viel zu viele positive Aspekte, die schon kurz nach der Niederlage in den Mittelpunkt rückten. "Das war ein Riesenerfolg für uns", sagt Sebastian Rinus, der mit der Ausrichtung des Turniers am Heimspielort seines eigenen Vereins etwas "ganz Besonderes" erlebt hatte. Die Zuschauer verwandelten die ausverkaufte, 800 Menschen fassende Halle an der Margarethenhöhe in Essen in einen Hexenkessel. "Am Finaltag war auch unsere erste Mannschaft da und hat uns unterstützt", erzählt der 16-Jährige.

Am Samstag, als der TuSEM-Nachwuchs mit einem 34:28-Sieg über die SG Flensburg-Handewitt ins Finale einzog, hatte die Zweitligamannschaft noch ihr Meisterschaftsspiel bei der HG Saarlouis mit 29:22 gewonnen. Aber auch der Finalgegner aus Berlin hatte seine eigenen Schlachtenbummler dabei.

In dieser Atmosphäre erwischten die Hauptstädter im Endspiel die bessere Anfangsphase, die letztlich entscheidend war. "Wir haben den Einstieg verpatzt und lagen schnell mit 0:3 zurück", so Rinus. "Diesen drei Toren sind wir bis zum Schluss hinterhergelaufen." Am Ende fand das Endspiel aber auch einen verdienten Sieger. "Berlin war sehr stark und hat verdient gewonnen, auch wenn wir insgesamt Augenhöhe waren."
Gerade einmal eine Woche Zeit hat Sebastian Rinus jetzt zur Regeneration, denn in der kommenden Saison rückt er in die A-Jugend auf. Und dort werden zwei Jahrgänge gemischt, um aus ihnen eine schlagkräftige Mannschaft für die A-Junioren-Bundesliga zu formen. "Es ist mein Ziel, mich dort zu etablieren", sagt der 1,91 Meter große Rückraumspieler.

Ziele 2016 heißen Bundesliga und Abitur
Das ist im kommenden Jahr nicht das einzige große Vorhaben des Oer-Erkenschwickers, denn er will im Jahr 2016 auch noch sein Abitur am Helmholtz-Gymnasium in Essen machen. Er besucht dort das Sportinternat und hat so optimale Bedingungen, um Schule und Sport unter einen Hut zu bringen.
Rinus begann im Alter von fünf Jahren beim FC 26 Erkenschwick mit dem Handballspielen. Nach der D-Jugend ging er für ein Jahr zur JSG Datteln/Waltrop und gelangte von dort aus zum TuSEM.

Der Name Rinus ist im Oer-Erkenschwicker Handball wohlbekannt: Papa Andreas spielte für den FC 26, derzeit ist Sebastians Bruder Sascha für dessen Bezirksligateam im Einsatz. Der TuSEM-Spieler hat also noch viele Verbindungen zu seinem Heimatverein - unter den Zuschauern des "Final Four" waren auch einige 26er inklusive Trainer Eberhard Metz. Die Unterstützung ist allerdings nicht einseitig: Auch Sebastian Rinus besucht regelmäßig Spiele des FC.