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Rudern: Der erste Olympia-Test

03.12.2007 | 17:53 Uhr

Kader-Athleten und auch der Nachwuchs stellen sich auf der Langstreckenregatta vor. Gute Ergebnisse stimmen zufrieden

Magdalena Jakschik (r.) feierte den Einstieg bei den B-Seniorinnen

Dortmund. Wasser von unten. Wasser von oben. Und dazu noch eine steife Brise, die den Dortmund-Ems-Kanal unangenehm aufwühlte. „Das sind schon grenzwertige Bedingungen”, meinte Ralf Holtmeyer, der Bundestrainer der Frauen. Der Sportdirektor des Deutschen Ruderverbandes, Michael Müller, konnte den widrigen Verhältnissen beim ersten Verbands-Test auf dem Weg zu den Olympischen Spielen immerhin in einem Punkt etwas Positives abgewinnen: „Wir haben Peking zu lösen. Und in Peking ist mit Gegenwind zu rechnen.”

Obschon Müller seine Analyse angesichts der tückischen Böen „als vorsichtige Einschätzung” bezeichnete: „Den einen trifft's mehr, den anderen weniger.” Das bestätigen die Zeiten - auch auf den einzelnen Streckenabschnitten. Aber trotz vorsichtiger Einschätzung kam Müller zu einem überzeugenden Urteil: Das Top-Team Peking stehe, es habe sich bewährt und durchgesetzt. Der Verband befinde sich nach den ersten Vorbereitungs-Lehrgängen auf einem guten Weg.

Hannah Feldhaus aus Datteln (r.)

Wie zum Beispiel im Frauen-Riemenbereich: Die Waltroperin Maren Derlien knüpfte mit ihrer Partnerin Lenka Wech nahtlos an die glänzende EM-Vorstellung von Poznan/Polen an und verwies einen „starken und stabilen Zweier Hipler/Zimmermann” (O-Ton Müller), immerhin die amtierenden Vize-Weltmeisterinnen, in 24:07 Minuten auf den zweiten Platz (24:20). „Der Stufentest am Samstag hat gezeigt, dass die beiden richtig gut drauf sind”, resümierte Ralf Holtmeyer, der für den Frauen-Riemenbereich angesichts der guten Relationszeiten zu den anderen Bootsklassen ein insgesamt positives Resümee zog und auch diese beiden Zweier vorne erwartet hatte. Dass es gerade in der Olympia-Saison die für die Zeit nach Peking nachdrängenden Talente besonders schwer haben würden, ist normal. Für die zehntplatzierte Hannah Feldhaus aus Datteln, für Theresa Hülsmann aus Waltrop (12.) und Junioren-Vize-Weltmeisterin Magdalena Jakschik (14., RV Rauxel) ging es auf der 6000-Meter-Langstrecke um die Empfehlung in den U 23-Bootsklassen.

Theresa Hülsmann aus Waltrop (r.)

Wie auch für Felix Feldhaus, der dort längst angekommen ist (drei U 23-WM-Medaillen in Folge) und für die nächste Olympiade bereits anklopft. Platz 17 im Geamt-Klassement der Männer-Zweier mit seinem Ulmer Partner Max Reinelt liest sich noch nicht so positiv: Der Blick ins Detail macht dem Dattelner mehr Freude: Das Duo war drittschnellstes U 23-Boot. „Ich bin zufrieden”, so Feldhaus, der damit stramm Kurs auf seine vierte U 23-WM nimmt. In der U 19-Klasse machen sich zwei Waltroper große Hoffnungen, eine besonders starke Saison 2008 hinzulegen. Benedikt Dahmen und Robert Küper fuhren mit einem Abstand von 22 Sekunden auf den Sieger aus Friedrichshagen/Berlin auf den vierten Platz. „Das ist okay. Es gab schon mehrere Angebote für den Vierer”, fällt auch das Fazit von RV Waltrops Trainer Björn Gehre positiv aus.

Das Wetter aber wurde am Sonntag mit jedem Rennen negativer. Und die, die nach Peking wollen, hatten vor wenigen Wochen über eine Meldung des Weltruderverbandes staunen dürfen: Denn die Olympia-Regattastrecke in Shunyi, die vor einem Jahr geflutet worden war und bei der Junioren-WM im Sommer Premiere feierte, war überraschend ausgetrocknet.

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