Renzel mischt vorne mit
01.06.2009 | 20:05 Uhr 2009-06-01T20:05:00+0200Darauf musste er lange warten. Beinahe ein halbes Jahr. Im Dezember hatte Markus Renzel beim Turnier in Dresden sein letztes herausragendes Resultat erzielt. Gestern konnte er erstmals wieder daran anknüpfen.
Recklinghausen. Mit Conally belegte der Springreiter aus Oer-Erkenschwick beim Großen Preis von Wiesbaden Platz fünf, strich dafür ein Preisgeld von 8000 Euro sowie elf Punkte für die Riders-Tour-Wertung ein und war überglücklich. Conally ist wirklich toll gesprungen”, sagt der 38-Jährige, der in den vergangenen Monaten eine Durststrecke zu überwinden hatte. Entweder seine Pferde waren angeschlagen, nicht in Form „oder ich habe mal den einen oder anderen Fehler gemacht, was schnell passieren kann, wenn das Selbstvertrauen fehlt”.
Doch gestern bei der zweiten Etappe zur Riders Tour stimmte nahezu alles. In der Siegerrunde hatte das Paar vom RV Alt-Marl zwar einen Zeitfehler. „Aber den habe ich gerne in Kauf genommen, um sicher durch den Parcours zu kommen.” Dabei profiterte der Nationenpreisreiter davon, dass der Große Preis nicht in einem Stechen, sondern nach einer Siegerrunde entschieden wurde. Nicht alle Paare, die ohne Fehlerpunkt durch den Umlauf kamen, durften noch einmal antreten; sondern die besten zehn Paare. Darunter waren auch einige mit vier Fehlerpunkten wie der spätere Sieger Marcus Ehning (Borken; Vulkano) oder eben Renzel. Der sagt: „Heute habe ich profitiert, und darüber freue ich mich auch sehr. Aber die meisten Reiter haben es eigentich lieber, wenn eine Prüfung im Zweifelsfall im Stechen entschieden wird. Das ist auch für die Zuschauer nachvollziehbarer.”
Wie auch immer. Für den Oer-Erkenschwicker sehen die weiteren Saisonaussichten nun wieder heiterer aus. Conally, der zwölfjährige Holsteiner, scheint allmählich sein Tief überwunden zu haben. „Wenn er diese Form hält, dann kann ich sehr optimistisch sein.” Zumal ihm sein in der Hallensaison erfolgreichstes Pferd von heute an wieder zur Verfügung steht. Christoph Columbus, der einige Monate auf einer Deckstation verbracht hat, kehrt zurück in den Sport. Von dem neunjährigen Hengst aus westfälischer Sicht hält Renzel sehr viel: „Er ist etwas besonderes.”
Nicht ganz so erfreut waren die beiden anderen Vest-Vertreter beim Pfingsturnier in Wiesbaden. Vor allem Christian Ahlmann grämte sich. Verpasste er doch ebenso wie zahlreiche andere Akteure nach einem Abwurf im ersten Ablauf mit Sebastian die Siegerrunde der Hauptprüfung. Beide waren zu langsam unterwegs. Immerhin: Als 13. erhielt er noch drei Punkte für die Riders Tour und liegt nach zwei von sechs Prüfungen mit derzeit 13 Punkten auf dem geteilten siebten Platz der Gesamtwertung. Markus Renzel (11) wird auf dem geteilten zehnten Platz geführt.
Leer ging Karl Brocks aus, der seit geraumer Zeit auf sein verletztes Spitzenpferd Luisa verzichten muss. Mit Pico's Boy sammelte er im Umlauf 24 Punkte, auch das restliche Turnier lief alles andere als erfreulich für den Waltroper.

0mitdiskutieren