Planlos und sieglos
21.03.2010 | 21:02 Uhr 2010-03-21T21:02:00+0100
Marl. Der VfB Hüls hatte in der Hinrunde der NRW-Liga schon einmal eine Krise. Eine Ergebniskrise. Da stimmten die Leistungen, nur die Ergebnisse eben nicht. Das ist nun anders.
Die Ergebnisse stimmen schon länger nicht mehr. Was aber bedenklich stimmt sind die Leistungen der Mannschaft. Mit Betonung auf Mannschaft. Denn einzelne Spieler ragen mit ihren Leistungen nicht heraus. Gegen den ebenfalls noch lange nicht gesicherten VfB Speldorf, vom Hülser Fußball-Boss Horst Darmstädter im Stadionheft zum „Spiel der Spiele“ hochgejazzt, gab es 1:2 (0:1) und eine Hülser Mannschaft, die über die Bewertung „bemüht“ nicht hinaus kam.
Trainer Klaus Täuber hat derzeit allerdings mal wieder auch kaum Alternativen, muss basteln und kann nur hoffen, dass seine Maßnahmen und Umstellungen greifen. Markus Krawietz die Hoffnung für den Angriff ist ebenso noch nicht wieder fit wie Marc-Andre Narewsky. Matthias Tomaschewski fällt mit einer Armverletzung länger aus. David Piorunek deshalb als Außenverteidiger spielen zu lassen, funktionierte leidlich. Dass er den Fehler vor dem 1:2 durch Oktay Güney machte, Güney hatte auch das 1:0 per Strafstoß erzielt, war eher zufällig. Bereits vorher hätten die Speldorfer nach Fehlern von Tobias Urban oder Michael Planhof das zweite Tor machen können. In Unterzahl wohlbemerkt. Ab der 37., als Wilson Weller nach einem Foul an Sebastian Senger die Rote Karte gesehen hatte, und bis zur 90. Minute, als Matthias Krantz nach einem Foulspiel die Rote Karte sah, spielten die Hülser mit einem Mann mehr. Bis auf einen kurzen Zeitraum von fünf Minuten, als Thorsten Stondzik zum 1:1 traf und die Speldorfer danach etwas wackelten, war das indes kaum wahrnehmbar. Das wiederum lag natürlich in erster Linie an den Speldorfern, die sich verständlicherweise in Führung und Unterzahl auf die Verteidigung und auf gelegentliche Konter konzentrierten und dennoch kurz nach dem Wechsel bereits auf 2:0 hätten erhöhen können.
Es wäre vermutlich bereits die Vorentscheidung gewesen, weil den Hülsern gegen die massive Speldorfer Verteidigungsreihe wenig bis gar nichts einfiel. Tobias Urban musste im Mittelfeld viel zu oft quer spielen, selten bis gar nicht kamen die Hülser bis zur Grundlinie durch, um von da zu flanken. Uninspiriert versuchten sie es stattdessen durch die Mitte, mit weiterhin beschränkten Mitteln. Auch Gökhan Özdemir, zur Halbzeit für den mal wieder Rot gefährdeten Engin Yavuzaslan gekommen, bot wenig an.
In der Tabelle liegen die Hülser weiterhin auf Platz 13 und damit in trügerischer Sicherheit. Weiterhin sind es nur drei Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz. Darauf verlassen, dass die Konkurrenz weiter ebenfalls verliert, können sie sich nicht. Die Ergebnisse müssen wieder stimmen. Die nächste Gelegenheit bietet sich am Sonntag in Wattenscheid. Es ist ein weiteres von wahrscheinlich noch etlichen Endspielen in dieser Saison.
Hüls: Schmidt - Planhof, Lemke, Stondzik, Dosedal, Urban, Krantz, Yavuzaslan (46. Özdemir), Senger, Piorunek (86. Olschewski)
Speldorf: Gunkel - Stankiewicz, Hupperts, Synowiec (70. Elidrissi), Pereira, Güney (85. Tokmak), Corvers, Mutluer (63. Beric), Scheelen, Hinz, Cakiroglu
Schiedsrichter: Waldemar Stor (Aerzen)
Zuschauer: 190
Besondere Vorkommnisse: Rote Karte für Weller (37., Speldorf) wegen groben Foulspiels; Rote Karte für Krantz (90., Hüls) wegen Foulspiels
Tore: 0:1 Oktay Güney (36., Foulelfmeter), 1:1 Thorsten Stondzik (67.), 1:2 Güney (83.)
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