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12.02.2012 | 17:46 Uhr
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Boris Kaminski Foto: Krusebild

Schwelm.40 Minuten dauert ein Basketballspiel – normalerweise. Das Spiel der Hertener Löwen bei den Schwelmer Baskets in der zweiten Basketball-Bundesliga ProB, das die Hertener mit 69:107 mehr als deutlich verloren, bietet aber Zündstoff für Stunden und wird wohl so manchen noch in einigen Tagen beschäftigen.

Die Schlusssirene war verhallt und die üblichen Fair-Play-Gesten der Teams waren vorüber, da verschwand Hertens Trainer Boris Kaminski in der Kabine. Er hatte noch etwas mit den Schiedsrichtern Stefanie Oelfke und Olaf Schneider zu klären. Einen Protest gegen die Spielwertung hatte der Übungsleiter der Löwen im dritten Viertel angekündigt. Und wahrscheinlich musste Kaminski sich darüber hinaus erst mal herunterfahren. Zu sehr hatten ihn die 40 vorangegangen Spielminuten in Richtung Weißglut getrieben.

Und ja, Kaminski hat jedes Recht dazu, denn beide Unparteiische ließen jedes Fingerspitzengefühl in ihren Entscheidungen vermissen. Selbst eine normale Nachfrage vom Trainer ließen sie nicht zu. Vincent Kittmann musste ebenso ein Technisches Foul wegen Meckerns hinnehmen wie Hertens Kapitän Maik Berger zu Beginn des letzten Viertels. Für Berger war der Arbeitstag damit auch beendet, denn er sah Sekunden später Stefanie Oelfke mit erhobenen Armen vor sich stehen – disqualifizirendes Foul gegen den Löwen-Kapitän, der damit bis zur Schlusssirene die Halle verlassen musste. „Ich habe niemanden beleidigt. Diese Entscheidung kann ich nicht nachvollziehen“, so Berger später.

So schlecht die Leistung der Schiedsrichter an diesem Abend in der Schwelmer Sporthalle West gewesen war, so unterirdisch spielten aber auch die Hertener in den ersten beiden Vierteln, bevor die Partie zu einer Farce verkommen war.

5:0 hatten die Hertener zu Beginn der Partie geführt. Erst nach sieben Minuten drehten die Schwelmer das Match und gingen durch einen Dreier von Jason Holmes in Führung, die sie auch bis zum Ende des Spiels nicht mehr abgeben sollten. Mit Jason Holmes und dem überragenden Jason Smith dominierten die Hausherren das Spiel nach Belieben. Dabei hatte sich Boris Kaminski dafür extra eine spezielle Defense-Variante einfallen lassen.

Allerdings schienen auch die Löwen nicht ganz verstanden zu haben, was ihr Dompteur von ihnen verlangte. Nie bekamen sie wirklich Zugriff auf die Gegenspieler, die sich munter durch die Zonenverteidigung der Hertener spielten. „Offensichtlich hat das System nicht funktioniert. Die Leute wurden schlecht übergeben und so kamen die Schwelmer immer wieder zu einfachen Punkten“, so Boris Kaminski.

50:38 hieß es zur Pause, doch nach dem Seitenwechsel wollte den Hertenern nichts mehr gelingen. Unglaublich schwache 37 Prozent Trefferquote sollten es am Ende sein. In einem Spiel, in denen nach den Kuriositäten der zweiten Halbzeit den Schwelmern alles gelang.

Baskets: Homes (13/1), Schermeng, Kramer (11/1), Malinowski (2), Starr (8), Dücker (2), Smith (37/9), Dohmen (24/3), Speier (7/1), Agyapong (3)

Löwen: Geier, Berger (5/1), Wright (16), Hartmann, Nixon (12), Hackenesch (18), Marquardt (3/1), Depta, Kittmann (10), Taylor (5/1)

Viertel: 25:23, 25:15, 34:21, 23:10

Felix zur Nieden

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