Murmeltier-Spiele
13.02.2011 | 19:01 Uhr 2011-02-13T19:01:00+0100
Marl. Olaf Thon muss sich ein bisschen vorkommen wie Bill Murray in „Und täglich grüßt das Murmeltier“. So oft erlebt der Trainer des VfB Hüls in dieser Saison mit seinem Team das Gleiche. Die Hülser drücken, spielen offensiv und mit großer Einsatzbereitschaft und am Ende, da gehen sie dann doch wieder mit hängenden Köpfen vom Rasen.
So auch am Sonntag nach dem Duell mit dem Krösus der NRW-Liga, TSV Germania Windeck. 1:3 hieß es nach 90 Minuten am Badeweiher und VfB-Fußballboss Horst Darmstädter zuckte nur mit den Achseln. „Was willst du da machen? Die Jungs haben alles gegeben, was sie hatten.“
Eines der Sinnbilder für das ungeliebte Hülser Murmeltier-Dasein ist Timur Karagülmez. Der Stürmer gibt den Alleinunterhalter im Angriff. Rennt, kämpft, beißt und manchmal zaubert er auch. Doch dann fehlen ihm die Anspielstationen im Strafraum und der ganze Aufwand ist umsonst.
Zwölf Minuten lang sah es am Badeweiher gut aus. Hüls machte das Spiel, störte früh und versuchte schon in der Windecker Hälfte den Ball zu erobern. Doch dann setzte Markus Kurth einmal zum Solo an, ging in den Strafraum, legte den Ball quer und Salvatore Amirante hatte aus fünf Metern keine Mühe, die Führung zu erzielen. Bis zur Pause dann wieder das alte Lied: Der VfB Hüls strahlte einfach deutlich zu wenig Gefahr vor dem gegnerischen Tor aus. Nach 15 Minuten brachte es der Hülser Abwehrspieler Kai von der Gathen fertig, das Leder aus fünf Metern nach einem Karagülmez-Freistoß über den Kasten zu schießen.
Kapitän Engin Yavuzaslan artikulierte dann die ganze Hilflosigkeit im VfB-Sturm: „Zwei Mann gegen dich Timur. Hol was raus“, rief er seinem Teamkameraden zu. Wenn es eines letzten Beweis für den Murmeltier-VfB brauchte, dann lieferte ihn der Kapitän höchstselbst.
Nach dem Seitenwechsel das gleiche Bild. Die Hülser wollten den Ausgleich und diesmal wurde er belohnt. Matthias Krantz schickte Karagülmez auf die Reise, der flankte den Ball auf Adrian Mahr, der per Kopf auf Tim Helwig ablegte. Sein Schuss klatschte an den Pfosten und tanzte auf der Torlinie, bis Kadir Mutluer heranrauschte und das Leder über die Linie drückte. Ein Tor des Willens.
Die Hülser wollten mehr, schoben sich noch weiter nach vorn und wären dafür fast belohnt worden. Doch Marc-Andre Narewsky trat in der 64. Spielminute im Fünfmeterraum über den Ball. So kam es, wie es kommen musste. Zwei Zweikämpfe im Mittelfeld konnte Michael Planhof nicht gewinnen, zwei Mal schlug der Ball kurz darauf hinter Torwart Tobias Rantzow ein. „Diese Niederlage tut weh, weil mehr möglich war. Aber ich bin stolz auf meine Mannschaft, weil sie eine Leistung gezeigt hat, auf der wir aufbauen“, sagte Thon. Er kennt sich aus mit Murmeltier-Spielen.
Hüls: Rantzow - Planhof, Schlüter, Mahr (76. Alpay), Helwig (76. Mitrentsis), Mutluer, Krantz, Narewsky, Yavuzaslan, Karagülmez (76. Yilmaz), von der Gathen
Windeck: Gillen - Kurth (55. Müller), Tschumakov, Schultens, Kukielka, Nehrbauer, Kessel (55. Musculus), Grebe (74. Reed), Amirante, Jörgens, Tuysuz
Tore: 0:1 Salvatore Amirante (12.), 1:1 Kadir Mutluer (53.), 1:2 Salvatore Amirante (72.), 1:3 Lucas Musculus (89.)
Schiedsrichter: Lars Bremkens (Herne)
Zuschauer: 240

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