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Kurze Anreis für Adrian...

Mittelfeld und Musik, das ist seine Welt

19.11.2009 | 18:39 Uhr

Der Hülser Badeweiher liegt von Adrian Mahrs Wohnung nicht weit entfernt. „Wenn auf der Straße wenig Verkehr ist, bin ich in zehn Minuten dort", sagt der 26-Jährige. Somit steht für den Recklinghäuser morgen ein Heimspiel auf dem Programm.

Recklinghausen. Dann empfängt der VfB Hüls den 1. FC Kleve, dessen Trikot Mahr seit mehr als zwei Jahr überstreift. Gegenspielern wie Engin Yavuzaslan oder Tobias Urban läuft er schonmal beim Stadtbummel über den Weg. Ob der Klever Mittelfeldspieler sie diesmal auf dem Rasen wiedertrifft oder die NRW-Liga-Begegnung lediglich von der Tribüne aus verfolgt, das steht allerdings noch in den Sternen. „Ich habe seit einigen Tagen Rückenprobleme. Die Chancen, das ich spiele, stehen bei 50 Prozent”, sagt Mahr, den seine Teamkollegen nur „Adi” nennen.

Es wäre nicht das erste Spiel, das der begnadete Techniker aufgrund einer Verletzung versäumt. Besuche beim Physiotherapeuten ziehen sich wie ein roter Faden durch seine Laufbahn. Diese begann in der Nachwuchsabteilung von Borussia Dortmund. In seinem ersten Seniorenjahr hielt er für das Regionalliga-Team der Schwarz-Gelben seine Knochen hin. „Ich wollte aber unbedingt in einer ersten Mannschaft spielen. Und diese Möglichkeit sah ich in Dortmund nicht”, sagt Mahr.

Ein Spielerberater vermittelte ihn 2003 in den Südwesten. Kickers Offenbach verpflichtete den passionierten Dribbler. Am Bieberer Berg kam Mahr auch regelmäßig zum Einsatz - bis ihn Anfang 2005 ein Bänderiss auf Eis legte. In der heißen Saisonendphase, die schließlich im Aufstieg der Kickers gipfelte, musste er meist zusehen.

Mahr suchte eine neue Aufgabe - und fand sie bei Darmstadt 98. Auch dort war der nur 1,69 m große Kicker vom Pech verfolgt. Ein Leistenbruch zwang ihn zu einer längeren Pause. Doch das Kapitel Darmstadt sieht er nicht als verlorene Zeit an, allein schon deshalb nicht, weil ihn dort Bruno Labbadia coachte. War schon toll, unter so einem Mann zu trainieren”, erinnert er sich gerne an die Arbeit mit dem heutigen Coach des Hamburger SV zurück.

2007 überkam ihn aber eine Sehnsucht nach der Heimat, er zog nach Recklinghausen. In der Nähe des Ruhrgebiets fand er auch einen neuen Verein. Beim 1. FC Kleve schlug Mahr sofort ein und feierte in seiner ersten Spielzeit den Aufstieg in die Regionalliga. Im Folgejahr fuhr der Fahrstuhl wieder nach unten.

„Das war eine turbulente Zeit. Der Verein hatte finanzielle Probleme und sportlich lief es auch nicht gut”, erinnert sich der Blondschopf. Nun ist in Kleve wieder Ruhe eingekehrt. Eine drohende Insolvenz wurde abgewendet, der Verein spielt in der NRW-Liga eine passable Rolle. Auch dank Adi Mahr. Sechs Tore hat er bereits erzielt - davon zwei per Elfmeter. Das ist seine besondere Spezialität, für Kleve hat die Nummer zehn noch keinen Strafstoß vergeigt. „Ich hoffe, dass die Serie nicht so schnell reißt”. Und wenn, dann soll ihm der Fehlschuss nicht am Badeweiher passieren.

Wenn der Fußballer und Kino-Fan gerade mal nicht am Ball ist, dann sitzt er gerne mit einem Kumpel vor dem Computer und bastelt an eigenen Musikstücken. Seine Teamkollegen Marius Sowislo und Patrick Behrendt hören die Kompositionen regelmäßig. Sie bilden mit Mahr eine Fahrgemeinschaft. „Ihr Urteil fiel positiv aus. Vielleicht schaffen es die Tracks ja in die Kabine”, feixt der Hobby-Produzent.

Denis de Haas

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