Mit Kraft und Köpfchen
28.09.2010 | 14:29 Uhr 2010-09-28T14:29:00+0200
Recklinghausen.Playbooks einstudieren, Spielzüge testen oder Defense-Training. So geht es nicht nur den Senioren-Footballern der Recklinghausen Chargers.
Nein. Auch die Jugend der Chargers trainiert hart um bald auch im Senioren Team mithalten zu können. Die größten Vorbilder kommen dabei aus den eigenen Reihen. Thomas Iking, Simon Bölling und Marius Papenfuß spielten auch in der Jugend für die Chargers und waren in der vergangen Zweitliga-Saison der ein fester Bestandteil im Senioren-Chargers.
Zwei Jugendteams mit 38 Nachwuchsakteuren umfasst die Rookie-Abteilung der Chargers. Die U 16, oder B-Jugend, kämpft in der Leistungsliga um einen guten Saisonstart. Nach dem Auftaktsieg gegen die Bochum Cadets gab es zwei Niederlagen gegen die Solingen Steelers und die Bielefeld Bulldogs. Im jüngsten Spiel setzten sie sich mit 44:12 gegen die Wuppertal Greyhounds durch.
Angst vor der vermeintlich brutalen Sportart haben die Jugendlichen nicht. „Das Verletzungsrisiko ist genau so hoch wie zum Beispiel beim Fußball oder beim Basketball“, sagt Jugendleiterin Ines Eaglestone. Obwohl Football deutlich körperbetonter ist als die meisten anderen Sportarten sind es doch Muskelverletzungen oder Zerrungen, wie sie in jeder Sportart auftreten, die die Krankenakten der Spieler schmücken. „Für alles andere gibt es ja schließlich die Protektoren“, so Eaglestone.
Bei der Schutzbekleidung gibt es keinen Unterschied zwischen Senioren oder Junioren. Die Protektoren reichen von Oberschenkelpolstern und Steißbeinschutz über Schulterprotektoren bis hin zum Helm, der natürlich wie alle anderen Protektoren Pflicht ist. „Schutz muss sein. Unsere Sportart besteht ja nicht aus gegenseitigem Köpfe einschlagen. Wir spielen schließlich kein Rugby-. Die das machen halte ich eh für ein bisschen verrückt“, sagt Ines Eaglestone. In der Tat sind die Spielzüge und die entsprechenden Angriffs- und Verteidigungstaktiken schon für die Junioren der Schlüssel zum Erfolg, so dass der körperlich Stärkste nicht gleich der Beste in dieser Sportart ist.
Mit der neuen Trainingsanlage für die Rookies der Chargers an der Karlsbaderstraße bieten sich für die Trainer Thomas Huesmann und Volker Taubenheim ganz neue Möglichkeiten, um mit den Spielern zu trainieren. Das frühere Vereinsheim des zur Maybacher Heide umgezogenen FC/JS Hillerheide soll renoviert und dann für Mannschaftssitzungen der Jugend genutzt werden, wobei auch Spielszenen oder Trainingsfortschritte per Beamer an eine Leinwand geworfen werden sollen, um diese zu analysieren. Denn nur als eingespieltes Team kann eine Football-Mannschaft Erfolg haben. „Jeder muss das Playbook und die Spielzüge in- und auswendig kennen. Ich denke das Zusammenspiel ist noch wichtiger als beim Fußball“ sagt Eaglestone.
Ein besonderer Schritt fiel den Junioren der Recklinghausen Chargers bis jetzt allerdings immer besonders schwer. Der Wechsel von den A-Junioren zu den Senioren, wovor viele Spieler sehr viel Respekt haben. „Das ist in jeder Sportart so. Da bekommst du es bei uns mit gestandenen US-Amerikanern zu tun, die sich wiederum aber auf den Nachwuchs freuen und immer Hilfsbereit zur Seite stehen“, so Eaglestone. Kein Panik. Um den Übergang zu erleichtern trainierten die A-Junioren im Sommer mit dem Zweitliga-Team zusammen. „Den Junioren hat das sehr geholfen, weil sie dann nach ihrer Jugendzeit nicht ins kalte Wasser geworfen werden“, sagt Eaglestone.

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