Mit dem Rad auf den Gipfel

Sportarten hat Gregor Pällmann (53) schon viele ausprobiert. Er hat erfolgreich Squash gespielt, jagte auf dem Tennisplatz der gelben Filzkugel hinterher, saß im Sattel von Motorrädern. Jetzt hat der Marler eine neue Leidenschaft gefunden. Mit Begeisterung steigt er seit drei Jahren aufs Fahrrad. Aber nicht einfach nur so. Er nimmt an Marathonrennen teil und hat jetzt auf seinem Bike einen 1911 Meter hohen Berg bestiegen.

Marl/dorsten.. In Angriff genommen haben Pällmann und seine Freunde Uli Wittwer, Uwe Kähler und Heribert Köning von RSC Dorsten den Mont Ventoux, einen Gipfel in der französischen Provence. Radfahrer nennen der Berg den "Erbarmungslosen".


Regelmäßig steuert auch der Tross der "Tour de France" den "Ventoux" an. Der Gipfel erlangte traurige Berühmtheit, als der englische Radprofi Tom Simpson 1967 kurz vor dem Ziel erschöpft zusammenbrach und an der Unglücksstelle verstarb.

An diesen Berg trauten sich nun auch die vier Rad-Amateure aus Marl und Dorsten. 8 000 Höhenmeter machte das Quartett in gerade mal fünf Tagen. Pällmann: "Ohne gute Vorbereitung läuft da natürlich nichts." Pro Monat absolviert der 53-Jährige rund 1 000 Trainingskilometer. Sogar zu seinen Arbeitseinsätzen - Pällmann besitzt in Marl einen Heizungs- und Sanitärfachbetrieb - fährt er mit dem Rad.

Seinen guten Trainingszustand stellt der Marler nicht nur bei Berg-Befahrungen unter Beweis. In diesem Jahr startet er auch bei diversen Marathon-Radrennen, bei denen an einem Tag meist mehr als 200 Kilometer zurückgelegt werden. Wobei die Tour zum Ventoux-Gipfel natürlich eine besondere Herausforderung darstellte.


"Da hat man über Kilometer hinweg eine Steigung von sechs bis zehn Prozent vor der Brust. Einfach war das nicht", sagt er - was das Quartett aber nicht davon abhielt, den Berg noch ein zweites Mal in Angriff zu nehmen. Auf einer anderen Strecke, mit noch mehr Steigung. Doch: "Da oben zu stehen, ist schon ein tolles Gefühl", sagt er. Auch die Abfahrten hatten es in sich. Pällmann: "Für die 25 Kilometer bergab brauchten wir gerade mal 20 Minuten."

Jetzt ist der Marler wieder zurück, fährt seine Trainingstouren wieder durch die Haard und Hohe Mark, bereitet sich auf die nächsten Marathon-Fahrten vor. Und träumt von den nächsten großen Touren, die er gemeinsam mit Freunden in Angriff nehmen möchte. "Da gibt es tolle Ziele in den Dolomiten", sagt er.


Und wer weiß, vielleicht erfüllt sich ja sogar ein ganz großer Traum. Die Teilnahme am "Race across America" - einem jährlich durchgeführten Radrennen, das von der Westküste der Vereinigten Staaten zur Ostküste verläuft. Ziel ist es, die Strecke von etwa 4 800 Kilometern bei einer Gesamthöhendifferenz von mehr als 51 816 Metern innerhalb eines festen Zeitlimits zurückzulegen.