Medaillenchancen
03.08.2010 | 21:46 Uhr 2010-08-03T21:46:00+0200
Recklinghausen.Die Stimmung ist super. „Es herrscht ein richtig großes Teamgefühl.“ Simon Gallisch, der Trainer des Ruderverein Rauxel, ist schon jetzt überzeugt: „Diese Junioren-Weltmeisterschaft wird richtig gut.“
Sollte sie auch. Mit Malte Jakschik (Datteln), Rene Stüven (Recklinghausen), Michel Palisaar (RV Rauxel), Charlotte Siering (Recklinghausen) und Timo Piontek (Dorsten) dürften sich alle Vest-Athleten auf Medaillenkurs befinden. Einige gar auf Titelkurs.
Dienstag ist Eröffnung im tschechischen Racice nahe Prag. Ein erster Feiertag für den RV Rauxel und die Junioren-Nationalmannschaft des Deutschen Ruderverbandes (DRV). Denn Malte Jakschik wird am Eröffnungstag 17 Jahre. Er ist damit einer der jüngsten im großen DRV-Team und er weiß: Im nächsten Jahr wird er nochmals eine Chance bekommen können.
Malte Jakschik startet im erfolgsverwöhnten Achter. Auch wenn man die Gegner im Vorfeld aufgrund fehlender Vergleiche nicht einschätzen kann, die DRV-Equipe steht quasi in jedem Rennen unter enormem Erfolgsdruck, für den die jetzigen Aktiven gar nichts können. Seit Jahren bestimmt der Verband im U19-Bereich klar die Schlagzahl. Sieben Gold- und zwei Bronze-Medaillen lautete die Bilanz im vergangenen Jahr im französischen Brive-la-Gaillarde, als der Rauxeler Julien Corzilius und der Dorstener Timo Piontek Weltmeister wurden.
Das ist das erneute Ziel von Timo Piontek, der mit Stefan Riemekasten im Doppelzweier immer besser in Schwung kommt. Die Vergleiche mit den anderen DRV-Booten in den Relationsrennen nach intensiven Trainingsfahrten lassen die Erwartungen steigen, auch wenn Piontek gar nicht gerne über Gold und Titel redet: Es sind 27 Nationen am Start. Das stärkste Feld dieser WM. „Wir haben aber seit den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften enorme Fortschritte gemacht. Ich habe ein gutes Gefühl“, sagt Timo Piontek, dessen Vater Holger einst Schlagmann des Deutschlandachters war.
Auch im Achter ist die Zielsetzung klar. Dreimal in Folge hat Trainer Bernd Nennhaus (Hamburg) das Flaggschiff zu Gold geführt – 2007 und 2009 mit Vest-Beteiligung (Jannis Augustin und Julien Corzilius). Dieses Kunststück ist bislang noch keiner Nation geglückt. Geht es nach Nennhaus, dann folgt der vierte Streich. Doch gerade die Übersee-Nationen haben angekündigt, dass sie mit aller Macht die deutsche Vormachtstellung durchbrechen wollen. Im Training zeigte die Crew um Malte Jakschik und Rene Stüven wechselhafte Leistungen, aber „wenn sie das abrufen, was sie drauf haben, dann können sie weit nach vorne fahren“, so Heimtrainer Simon Gallisch. Auch im vergangenen Jahr ist der Achter erst nach einer Niederlage auf Touren gekommen, so dass Nennhaus keinen Grund zur Sorge sieht.
Charlotte Siering ist wie Timo Piontek zum zweiten Mal nominiert. Vergangenes Jahr wurde es Bronze im Juniorinnen-Achter und eine Medaille ist erneut das erklärte Ziel. Die Crew hat im vierwöchigen Trainingslager von Berlin gute Fortschritte gemacht und trifft in Racice auf sechs Gegner. 14 Nationen haben für den Vierer mit Steuermann gemeldet, in dem Michel Palisaar sitzt. „Dieses Boot läuft richtig gut“, schwärmt Simon Gallisch, der sich einige Trainingseinheiten in Berlin angeschaut hat. Nach dem Vorlauf können die Verantwortlichen mehr sagen, wohin die Fahrt führen könn-e. In jedem Fall wird auch der Druck hier groß sein. Denn in dieser Bootsklasse ist der DRV ebenso Titelverteidiger.
Ein Hauch von Olympia wehte durchs Trainingslager der deutschen Ruderer, die geschlossen zum Youth Olympic Day ans Brandenburger Tor gingen. Sie haben das tags zuvor im antiken Olympia entzündete Feuer an seiner einzigen europäischen Station auf seiner Weltreise nach Singapur begrüßt. Dort finden Mitte August die ersten Olym-pischen Jugendspiele statt. Mit Judith Sievers (Kappeln) und Felix Bach (Potsdam) haben sich auch zwei deutsche Rude-rer qualifiziert, die aber zu-nächst bei der Junioren-WM um Gold kämpfen. Basketballer Dirk Nowitzki und Bobpilot Andre Lange reichten der deutschen Jugend-Olympiamannschaft zwei Fahnen, die sie selbst bei den Olympischen Spielen in Peking und Vancouver getragen hatten.

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