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Mauerblümchen sehen anders aus

02.04.2009 | 14:53 Uhr
Mauerblümchen sehen anders aus

Die Recklinghausen Chargers gehen mit einem verstärkten Team in die Saison. Samstag steigt der erste Test gegen Oberligist Cologne Falkons II.

Recklinghausen. Momentan vergeht fast keine Woche, in der die Recklinghausen Chargers nicht die Verpflichtung eines neuen Spielers vermelden. Es tut sich was bei den American Footballern und es sieht nicht danach aus, als ob sich das Team um Headcoach Heiko Czarnotta für den Wettbewerb des Mauerblümchens der Regionalliga anmelden wollte. Nachdem zunächst mit Joey Smith ein neuer Quarterback (Passgeber) zusagte, folgten dann die Amerikaner Raphael Jefferson und Shawn Hatcher, danach A.J. Moskus. Als letzter heuerte nun Lawrence Williams an.

Der gebürtige Berliner spielte von 1996-2000 an der Friendly Highschool in Maryland, bevor es ihn zurück in seine Heimatstadt Berlin zog. Dort spielte er zwischen 2000 und 2003 bei den Berlin Adler in der German Football Legue (GFL), der deutschen Bundesliga. 2004 spielte er bei den Dresden Monarchs in der GFL. In dem Jahr erhielt er auch eine Nominierung für die Nationalmannschaft. Die Chargers verstärken ihr Team. Warum erklärt Pressesprecher Markus Kiepol. „In erster Linie ging es erst einmal darum, dass wir auf die vielen Verletzten reagieren mussten und auf die Tatsache, dass einige alte Menschen aufgehört haben. Dazu kommt, dass wir in der Regionalliga wettbewerbsfähig bleiben wollen. Die gesamte Liga verstärkt sich und wird in der Breite deutlich stärker sein, als sie es im Vorjahr war. Darüber hinaus ist es in der Tat so, dass wir oben mitspielen wollen. Wir sagen jetzt nicht, dass wir mit aller Macht aufsteigen wollen. Aber dagegen wehren würden wir uns nicht.”

Allerdings weiß Kiepol auch, dass die Rechnung eben nicht so einfach funktioniert, wie sie vielleicht aussieht. Es reicht eben nicht, drei, vier, fünf Amerikaner zu verpflichten und dann läuft der Laden von alleine. Die neuen Spieler müssen passen, müssen sich in die Mannschaft einfügen und leistungsbereit sein. Immerhin gehen die Chargers finanziell kein Risiko ein. Sie haben den Amerikanern Arbeitsplätze besorgt und können sich aus allen weieren Dingen wie Wohnungssuche oder Beschaffung eines Autos heraushalten. Völlig.

Zustande gekommen sind die Kontakte über eine internationale Spielerbörse. Dort hatten sich die Chargers als Verein eingetragen und ihr Anforderungsprofil an die Spieler hinterlegt. Eine Maßnahme, die fast schon erschreckend gut funktionierte wie Kiepol sagt. „Wir haben hunderte von Anfragen bekommen und konnten auswählen.”

So sieht es im Moment erst einmal nach einer, neudeutsch formuliert, Win-Win-Situation aus. Die Chargers bekommen fertige Spieler, die sie qualitativ enorm verstärken. Die Spieler bekommen einen Job und können dann das tun, was sie am liebsten machen: Football spielen.

Am Samstag, wenn gegen den Oberligisten Cologne Falkons II der erste Test ansteht, werden allerdings noch nicht alle dabei sein. Zwei landen erst am Samstag in Deutschland, Williams hat noch keine Spielerlaubnis.

Markus Rensinghoff

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