Man muss sich reduzieren
02.08.2007 | 21:09 Uhr 2007-08-02T21:09:11+0200Manni Breuckmann kommentiert live im Stimberg-Stadion. Er will unterhalten und nicht langweilen.Das Spiel in Oer-Erkenschwick kann seiner Meinung nach für eine bessere Atmosphäre sorgen
FUSSBALL BENEFIZSPIEL DER TRADITIONSMANNSCHAFTEN VON DORTMUND UND SCHALKEDie FAZ nannte ihn einmal den "Kumpel unter den Sportmoderatoren". Am Freitag kommentiert Manni Breuckmann das Benefizspiel der Traditionsmannschaften von Schalke und Dortmund im Stimberg-Stadion. WAZ-Redakteur Markus Ebbing sprach mit dem gebürtigen Dattelner über das Spiel und die Oberliga früher und heute.
Ab wann sind Sie am Freitag im Stadion?
Breuckmann: Ich soll noch ein Interview zur Bürgerstiftung Emscher-Lippe-Land machen. Ich werde eine Stunde vor dem Anpfiff, also so gegen 17.30 Uhr da sein.
Sie sind ein Kenner der Szene. Müssen Sie sich auf so ein Spiel der Traditionsmannschaften überhaupt vorbereiten?
Breuckmann: Richtig vorbereiten nein. Aber bei einigen Spielern werde ich schon genauer hinsehen müssen, um sie zu erkennen und bei Namen wie Günter Schlipper und Mathias Schipper muss ich aufpassen.
Was erwartet die Zuschauer, wenn Manni Breuckmann so ein Spiel kommentiert?
Breuckmann: Sicher kein Fachbericht, eher launige Kommentare. Man muss sich reduzieren und darf nicht den Fehler machen, die Leute vollzulabern. So ein Stadion hat auch eine eigene Akkustik. Da kann man nicht mit Wortkaskaden über die Leute hinwegfegen. Man muss akzentuierter sprechen. Zurückhaltung ist angesagt. Aber ich glaube, ich bin Profi genug, um mich zurückzuhalten. Das wäre ja furchtbar, wenn ich das nicht könnte.
Kennen Sie das Stimberg-Stadion?
Breuckmann: Sehr gut sogar. Schließlich habe ich dort den größten Teil meiner Jugend verbracht. Ich kann mich noch gut an neunzig Minuten Dauerregen erinnern. Ich hatte den alten Regenmantel meines Vaters an und sah bestimmt so aus, als wäre ich gerade aus der Kriegsgefangenschaft entlassen worden.
Haben Sie noch Erinnerungen an die alte Oberliga Westfalen, die von 1945 bis 1963 die höchste Spielklasse in Deutschland war?
Breuckmann: Nein. Ich weiß nur, dass ich als kleiner Junge Spiele der Regionalliga im Fernsehen gesehen habe. Die wurden da gelegentlich im öffentlich-rechtlichen Fernsehen gezeigt. Was anderes gab es damals ja nicht.
Wie steht es mit der aktuellen Oberliga, die am Freitag mit der Partie SC Preußen Münster gegen die Spvgg. Erkenschwick in ihre letzte Saison geht?
Breuckmann: Da kann ich nichts zu sagen. Manchmal, wenn ich durch den Kicker blättere, lese ich was.
In der nächsten Saison gibt es die dritte Liga in Deutschland und darunter die NRW-Liga. Wie ist ihre Meinung dazu?
Breuckmann: Grundsätzlich finde ich es gut, dass es diese dritte Liga gibt. Ich habe allerdings dauerhaft ein ungutes Gefühl, wenn ich daran denke, dass dort die zweiten Mannschaften der Bundesligisten mitspielen. Die Ideallösung wäre, wenn es parallel zur Bundesliga eine Liga für die zweiten Mannschaften geben würde.
Häufig wird darüber spekuliert, ob Sportkommentator Manni Breuckmann Fan von Borussia Dortmund oder von Schalke 04 ist. Was stimmt den nun?
Breuckmann: Dazu werde ich im Vorfeld des Spiels der Traditionsmannschaften ganz bewusst nichts sagen. Dieses Spiel ist schließlich so etwas wie die Generalprobe für das Spiel in der Bundesliga, das demnächst ansteht. Dieses Spiel in Erkenschwick kann vielleicht für eine bessere Atmosphäre zwischen den beiden Vereinen sorgen. Da ist beim letzten Derby ziemlich viel kaputtgegangen. Der Dortmunder Stadionsprecher hat einiges dazu beigetragen. Aber auch einige Schalker Fans haben sich nach dem Spiel absolut daneben benommen. Die Fans sollten sich ein Beispiel an den Spielern nehmen. Sie spielen das Derby fair und ohne Blutgrätsche.

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