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Lisa Janik: Ein unterschätztes Talent

25.01.2010 | 16:13 Uhr

Recklinghausen. Sie gilt momentan neben der verletzten Melanie Wilhelm als das große Talent des SV Neptun Recklinghausen. In drei Disziplinen konnte sie in den letzten Wochen und Monaten neue Vereinsrekorde aufstellen und ist dabei gerade einmal 16 Jahre alt.

Talente des SV Neptun: Lisa Janik (l.) und Melanie Wilhelm

Mit Lisa Janik hatte sich der SV Neptun vor drei Jahren ein aussichtsreiches Talent ans Land gezogen, nachdem der „Nachbarverein” SV Blau-Weiß Recklinghausen die junge Schwimmerin laut eigener Aussage mehr oder weniger links liegen ließ.

Zwar war die Schülerin zwischenzeitlich noch beim SV TuS Herten aktiv, aber mit Xaver Majewski fand sie bei Neptun den geeigneten Trainer. „Ich schätze ihn sehr und komme auch sehr gut mit ihm klar. Auch wenn er uns mal anschreit. Aber das gehört ja dazu, wenn er uns fördern will”, sagt die Schülerin des Freiherr-von-Stein-Gymnasiums in Recklinghausen.

Seitdem sie vier Jahre ist, zieht sie abgesehen von dem kurzen Zwischenstopp in Herten ihre Bahnen im Hallenbad an der Herner Straße in Recklinghausen. Spezialisiert hat sie sich dabei inzwischen auf die kurzen Distanzen. „Ich bin eher die Sprinterin. Lange Strecken liegen mir gar nicht, zumal man dort viele Wenden machen muss und dort habe ich noch Schwächen.” Dementsprechend gelegen kommen ihr die 50-Meter-Bahnen wie vor anderthalb Wochen in Gladbeck, als sie geradewegs durchschwimmen konnte und fünf Goldmedaillen abräumte.

„Sie hat große Fortschritte in den letzten Monaten gemacht. Aber trotzdem ist sie im Kraul noch verbesserungswürdig”, sagt Majewski. Janik ist über jeden Tipp dankbar. Schließlich will sie eines Tages auch bei nationalen Wettkämpfen einmal ganz oben auf dem Treppchen stehen.

Nicht unbedingt der erste Platz, aber zumindest einen unter den ersten drei, ist die Zielangabe für das nächste Großevent, die Deutschen Meisterschaften. „Sie hat in ihrem Jahrgang schon richtig gute Zeiten geschafft und stand bei den NRW-Meisterschaften immer mit auf dem Treppchen, so dass ein Platz unter den ersten drei durchaus machbar sein wird. Aber das kann man in diesem Alter ja immer nur sehr schwer voraussagen”, sagt der Trainer, der bei dem vereinseigenen Kurzbahnmeeting am vergangenen Sonntag seine Schwimmerinnen nicht zu sehr unter Druck setzen wollte.

Gerade in der Vorbereitungsphase auf die DMSJ Anfang Februar, zehren solche Turniere besonders an den Kräften. Dementsprechend war Majewski mit dem zweiten Platz in der Staffel auch vollends zufrieden.

Bei einem Trainingspensum von fünf zweistündigen Einheiten pro Woche, ist es folglich auch kein Wunder, dass die eine oder andere Verletzung nicht ausbleibt. Gerade eben erst schlägt sich die junge Recklinghäuserin mit einer Zerrung im Oberschenkel herum. Trotzdem bildet Schwimmen neben der Schule momentan den wichtigsten Schwerpunkt in ihrem Leben, so dass höher strebende Gedanken kaum ausbleiben. So zog sie den Wechsel in ein Sportinternat, das sich wie in Essen auf den Schwimmsport konzentriert hat, bereits in Erwägung: „Ich habe es mal überlegt, aber ich weiß nicht, ob ich es mir zutraue. Da muss man ja soviel trainieren und hat kaum noch Freizeit.” Trotz allem Ehrgeiz soll der Schwimmsport ja schließlich noch ein Hobby bleiben und keine exzessiven Ausmaße annehmen. „Ich habe hier ja auch meine Freunde. Und jetzt steht erst einmal die DM im Fokus, worauf ich mich hier am besten drauf vorbereiten kann und danach wird man weitersehen.”

Britta Becker

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