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Kreativ-Lazarett

21.09.2008 | 20:00 Uhr

Beim 1:1 gegen MSV Duisburg II überzeugt beim VfB Hüls über weite Strecken allein die Defensive. Erst der Ausgleichstreffer sorgt für einen kurzzeitigen „Hallo-wach-Effekt”.

Marl. Außerhalb des Platzes hatten die Hülser Physiotherapeuten Hans Scherer und Henning Amerkamp in den letzten Wochen reichlich zu tun, um das VfB-Lazarett halbwegs klein zu halten. Im Spiel gegen MSV Duisburg II mussten sie zwar keine sonderlichen Arbeitseinheiten leisten. Doch das Spiel der Hülser Mannschaft glich – speziell vor der Pause – ganz besonders in Sachen Kreativität trotzdem einem großen Lazarett. Denn der spielerische Bereich schien weitgehend ans Krankenbett gefesselt zu sein. Überlegte Aktionen nach vorn waren da absolute Mangelware. Abspielfehler und planlose Schläge feierten Triumphe und nötigten Duisburgs Defensivabteilung so gut wie keine Arbeitseinheiten ab.

Zum Glück hielt allerdings die Defensive, trotz erneuter Zwangsumstellung, zumindest einigermaßen das, was man sich beim VfB erhofft hatte: Sebastian Senger und Sven-Ole Lemke ließen im zentralen Bereich so gut wie nichts anbrennen – außer in einer Situation, als die kollektive Verunsicherung im gesamten Team die Oberhand gewonnen hatte: In der 44. Minute bekamen die Hülser den Ball einfach nicht aus dem Strafraum heraus, Luka Marino Odak nutzte das zu einem nicht sonderlich beherzten Schüsschen. Doch das landete, dank ebenso ungewollter wie freundlicher Abfälschungs-Unterstützung von Sven-Ole Lemke, zum allgemeinen Entsetzen der 320 Zuschauer im Tor.

0:1 – und alles schien wieder wie gehabt: Ein Tor kassiert, drei Punkte weg. Befürchtete man jedenfalls angesichts der bis dahin registrierten spielerischen Unbedarftheit allgemein im Hülser Lager.

Immerhin: Trainer Klaus Täuber reagierte in der Pause, nahm den Gelb-Rot-gefährdeten Ercan Kacar aus dem Spiel und erhoffte sich aus dem Einsatz von Marcel Olschewski frischen Wind für die Offensive. Nur acht Minuten später sollte sich diese Auswechslung bezahlt machen. Denn den ersten wirklich sehenswerten Hülser Spielzug über Olschewski und Markus Krawietz schloss Tobias Urban mit dem am Ende verdienten Ausgleich ab (53.).

Ein Treffer mit „Hallo-wach-Effekt”: Denn plötzlich lief's in der VfB-Offensive ein wenig besser – zumindest vorübergehend. Doch für einen weiteren Treffer reichte es trotzdem nicht, weil weder Urban noch David Piorunek und Tolga Öztürk das Schussglück hold war. Und am Ende hatte Duisburg sogar trotz Unterzahl ab der 69. Minute wieder die besseren Chancen.

VfB Hüls - MSV Duisburg II 1:1

VfB Hüls: Rantzow; Stondzik, Senger, Lemke, Krantz, Urban, Yavuzaslan, Piorunek (88. Ersoy), Kacar (46. Olschewski), Tolga Öztürk (77. Kalayci), Krawietz

MSV Dusiburg II: Beuckert; Odak, Löber, Student, Humbert (68. Pozder), Theißen, Windges, Coelho-Branco, Terodde, Boland, Grund (71. Tanju Öztürk)

Schiedsrichter: Darius Kudela (Leverkusen)

Zuschauer: 320

Gelb-rote Karte: Student (69. nach wiederholtem Foulspiel)

Tore: 0:1 Odak (44.), 1:1 Urban (53.)

Jürgen Seyb



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