Kräfte bündeln

Die Kurve zeigt nach unten. Recklinghäuser Sportvereine beklagen sinkende Mitgliederzahlen. 349 Personen haben sich in den zwölf Monaten vor dem Stichtag 1. Januar 2014 abgemeldet, erläuterte Werner Metz vom städtischen Fachbereich Schule und Sport am Donnerstag im Sportausschuss.

RECKLINGHAUSEN.. Weil aber auch die Bevölkerungszahl sinkt, hat Metz in seinen Ausführungen zur Sportentwicklung eine weitere, etwas genauere Statistik hinzugezogen, die mit dem sogenannten Organisationsgrad.

In der stehen die Mitgliederzahlen der Sportvereine im Verhältnis zur Einwohnerzahl. Demnach ist Recklinghausen mit rund 24 Prozent im Landesdurchschnitt und steht besser da als Nachtbarstädte wie etwa Herne (20 Prozent). Nachwuchssorgen kennen viele Sportvereine nicht. Laut Statistik ist jeder zweite Recklinghäuser unter 18 Jahren in einem Sportverein aktiv, in der Altersklasse der Sieben- bis 14-Jährigen sind es gar zwei von drei Recklinghäusern. "Das ist ein Pfund, mit dem wir nicht oft genug wuchern können", sagt Metz.

Ein Minus gibt es hingegen bei den 41- bis 60-Jährigen. "Insgesamt sind wir auf dem Vorjahreslevel", berichtet Metz. Unterschiedliche Entwicklungen gibt es bei einzelnen Sportarten. Hatten Fußball-Vereine zum 1.1.2013 noch viele Abgänge zu verzeichnen, gab es zwölf Monate später ein Plus. Ob die Weltmeisterschaft in Brasilien diesen Aufwärtstrend weiter verstärkt, wird sich noch zeigen.

Mit Blick auf die demografische Entwicklung sollen Vereine ihr Sportangebot anpassen, um den sinkenden Mitgliederzahlen entgegen steuern zu können.

Gleichwohl regte Werner Metz an, dass besonders kleinere Vereine, die entweder räumlich eng beieinander liegen oder das gleiche Sportangebot haben, ihre Kräfte bündeln sollen - sei es als Spielgemeinschaften oder durch eine Fusion. "Vereine würden sich dann auf ein breiteres Fundament stellen", erklärt Metz.