Kombi-Gold für Finnja Teige bei der "Norddeutschen"

Spannung liegt in der Luft, als der Dattelner Rollkunstlauf-Tross am Samstag die letzten Wettbewerbe der Norddeutschen Meisterschaften in Duisburg-Walsum verfolgt. Denn so kurz vor der Siegerehrung werden die Ergebnisse der vorangegangenen Wettbewerbe scheinbar nicht mehr vorab ausgehängt. Und eine rutscht ganz besonders nervös auf ihrem Platz herum: Die erst achtjährige Finnja Teige, die Publikum und Wertungsgericht erst vor wenigen Minuten eine sehr ordentliche Kür präsentiert hat.

Datteln.. "Die Mädels da vorne haben gerade gesagt ich sei Erste in der Kombi", sagt sie schüchtern zu ihrer Trainerin. "Kann nicht sein", lautet die erstaunte Antwort von Patricia Schmitz.

Kurz darauf wedelt dann aber doch jemand mit der offiziellen Ergebnisliste - und dann gibt es kein Halten mehr: Ein besseres Debüt auf überregionalem Parkett hätte die Dattelner Rollkunstläuferin Finnja Teige nicht geben können. Nach Platz zwei in der Pflicht und Platz fünf in der Kür sicherte sie sich am vergangenen Wochenende auch noch Gold in der Kombinationswertung.

"Wir konnten es schier nicht glauben, bis wir es dann wirklich schwarz auf weiß gesehen haben", lacht Trainerin Patricia Schmitz, die mit einem so guten Einstieg ihres Schützlings nicht gerechnet hatte.

Bereits am Freitag legte die Achtjährige im Wettbewerb der Schüler D Mädchen einen souveränen Auftritt in der Pflicht hin. "Für ihr Alter steht Finnja extrem ruhig und konzentriert auf dem Pflichtbogen. Hier geht es vor allem um Präzision, das fällt gerade den jüngeren Sportlern oftmals noch schwer", weiß Trainerin Patricia Schmitz um das Können von Finnja Teige. Diese meisterte alle vier Pflichtfiguren mit Bravour und sicherte sich sogar die höchste Punktzahl des Wettbewerbs. "Beim Rollkunstlauf gewinnt nicht unbedingt derjenige, der die höchste Punktzahl hat. Es geht immer auch darum, auf welchen Platz dich jeder einzelne Wertungsrichter einordnet", erklärt Schmitz das System.

Am nächsten Tag ging es dann mit dem Kürwettbewerb weiter. In einem Feld von acht Läuferinnen ging Finnja als Vierte an den Start. Trotz sommerlicher Höchsttemperaturen in der Halle lieferte sie ein sehr ordentliches Programm ab und patzte lediglich in der Lutzkombination. "Wir sind in der Kür auf Nummer sicher gegangen und haben die Sprünge und Pirouetten, die noch nicht hundertprozentig sitzen, aus dem Programm herausgenommen", erklärt Patricia Schmitz ihre Strategie. "So konnte Finnja selbstbewusst auftreten und das abrufen, was sie auch im Training vorher gezeigt hat." Und das Ergebnis zahlte sich aus: Mit Platz fünf ordneten die Wertungsrichter die Dattelnerin im Mittelfeld ein und ermöglichten ihr damit den Vorstoß auf Platz 1 in der Kombinationswertung. Diese zählt das Ergebnis von Pflicht und Kür zusammen und gilt somit als Gesamtwertung des Wettbewerbs.

"Das ist ein wahnsinnig gutes Endergebnis, damit hätten wir vorher nie gerechnet und sind umso glücklicher und vor allem stolz auf Finnjas Leistung", so Schmitz.

Die Kategorie Schüler D für die jüngsten Teilnehmer im Alter bis acht Jahren wird nur bis zur Norddeutschen Meisterschaft geführt. Somit war dies der höchste Wettbewerb, den Finnja in dieser Saison in der Leistungsschiene laufen konnte.