Kampf gegen Windmühlen

Wer keine Schiedsrichter stellt, zahlt bald mehr. Beim Kreis-Staffeltag am kommenden Montag wird den Vereinsvertretern die Neuregelung des Schiedsrichter-Solls präsentiert. Den Recklinghäuser Fußball-Klubs droht damit eine beträchtliche Mehrbelastung im Jahresetat. Heftige Diskussionen sind vorprogrammiert.

Recklinghausen.. Neu ist: Erfüllt ein Verein sein Soll nicht zu mindestens 60 Prozent, erhöht sich das Ordnungsgeld um 50 Prozent. Gekoppelt sind die Gelder an der Spielklassenzugehörigkeit. Was bedeutet: Wer höher spielt, wird auch kräftiger zur Kasse gebeten.

Aber auch beim A-Kreisligisten FC 96 sorgt man sich. Gerrit Haug, Präsident des Klubs, ist von der Entwicklung überrascht und will zunächst den Staffeltag abwarten: "Sollte das so kommen, wäre das für uns schlimm."

Im Stadtgebiet lagen nach dem ersten Quartal 2015 der 1. FFC 2003 (262,50 Euro), der FC 96 (250 Euro), die Sportfreunde Stuckenbusch, der SV Hochlar 28 (jeweils 150 Euro) und die Sport-Union Wacker Süd (125 Euro) im Ranking der Strafzahlungen vorn. Löblich aber auch: Vier Vereine, namentlich SW Röllinghausen, FC/JS Hillerheide, der 1. FC Preußen und die Spvgg. BW Post, erfüllen das Schiri-Soll.

Für Röllinghausens Vorsitzender Uwe Matecki ist die Erfüllung des Schiedsrichter-Solls Chefsache: "Ich habe da schon ein Auge darauf, dass wir nicht unnötig Geld dafür ausgeben müssen."

Der SWR-Vorsitzende gesteht "kein besonderes Vorgehen" in der Schiedsrichter-Akquise zu haben. "Unsere Schiris bekommen einen Betrag x im Jahr. Davon werden dann Ordnungsgelder für verpasste Lehrgänge etc. bezahlt." Die Problemursache werde durch Erhöhung der Strafzahlungen keineswegs behoben: "Das Ansehen der Schiedsrichter ist doch in allen Spielklassen äußerst gering. Die Vereine bemühen sich, Schiedsrichter zu stellen. Doch kaum einer möchte diesen Job doch freiwillig machen", findet Matecki.

Dem pflichtet Stuckenbuschs Geschäftsführer Bruno Ruch bei: "Ich kann die jungen Leute verstehen, wenn sie in ihrer Freizeit lieber etwas anderes machen, als sich auf einem Fußballplatz bepöbeln zu lassen."

Als Vorsitzender der Kreisspruchkammer weiß Ruch, wovon er redet. "Bei den Verhandlungen kommt manchmal Ungeheuerliches zutage. Da werden Schiedsrichter von Trainern, Spielern oder Eltern angeranzt. Eine Vielzahl der Vorfälle geschieht aus Respektlosigkeit gegenüber dem Spielleiter."

Gerade konnte Bruno Ruch einen vierten Schiedsrichter für die Sportfreunde Stuckebusch gewinnen. Aber auch das ist noch nicht genug. Insgesamt müssten für den Landesligisten sieben Schiedsrichter gemeldet sein. "Wir bemühen uns. Aber es ist ein Kampf gegen Windmühlen", sagt Ruch.

Der Kreisschiedsrichter-Ausschuss plant, für den Herbst den nächsten Anwärterlehrgang anzubieten. Alle Vereine sind aufgerufen, interessierte und fähige Mitglieder zu melden. Weitere Infos: www.flvw-recklinghausen.de/schiedsrichter-aktuell