Kaminskis Ahnungen
13.11.2011 | 14:24 Uhr 2011-11-13T14:24:00+0100
Herten.Hertener Löwen -
Schwelmer Baskets85:100
Schon länger dürfen die Basketballer unter ihrem Trikot sichtbar kein weiteres Kleidungsstück tragen. Damit fällt im Normalfall auch weg, dass Spieler irgendwelche Ärmel hochkrempeln können, um damit anzuzeigen, dass sie noch einmal so richtig Gas geben. Max Dohmen aber kann dennoch mit seinem Trikot anzeigen, dass er Basketball-Arbeiter ist. Der Akteur der Schwelmer Baskets rollt die Träger, obwohl sie recht schmal sind, dennoch ein. Ein Tick oder auch Trick, ein Markenzeichen, das für ihn gerade in den Spielen gegen die RheinlandVersicherung Hertener Löwen immer bestens klappt. Zum 100:85 (42:37)-Sieg der Schwelmer Baskets in Herten steuerte er 20 Punkte bei.
Damit bestätigte er erneut, dass die Hertener ihm liegen, beziehungsweise, dass die Hertener mit der teilweise durchaus unorthodoxen, immer sehr emotionalen Spielweise des Linkshänders Pro-bleme haben. „Ihn müssen wir in den Griff bekommen“, hatte Hertens Trainer Boris Kaminski gesagt. Das klappte nicht. Dohmen traf bis auf einen Wurf alles.
Zur Halbzeit war er mit zwölf Punkten bester Werfer des Spiels, hatte fünf von fünf Nahdistanzwürfen getroffen, drei von drei Drei-Punkt-Würfen und seine beiden Freiwürfe. Mit zwei weiteren erfolgreichen Dreiern sorgte er im Zusammenspiel mit Jason Smith Patrick Wischnewski, die ebenfalls wichtige Dreier setzten, im Schlussviertel für die Vorentscheidung. Der maximale Dohmen.
Kaminski hatte zudem vorher vermutet, dass Schwelm das erste Team sein könnte, das die passenden Gegenspieler, zu Vincent Kittmann, seinem bislang besten Punktesammler, haben könnte. Auch das erwies sich als richtig. Als er fünf Minuten vor dem Ende mit seinem fünften Foul vom Feld musste, hatte er zwei Punkte auf dem Konto, hatte nur fünf Versuche genommen. Der minimale Kittmann.
Dass es dennoch das ebenfalls von Kaminski erwartet „hochklassige Zweitliga-Spiel“ wurde, lag am nimmermüden Einsatz der übrigen Hertener. Ryan Daugherty, Raymond Wright, Joshua Taylor, Maik Berger und wieder Center Christoph Hackenesch, leisteten lange heftigen Widerstand, trafen und verteidigten gut und besser, stemmten sich gegen die Niederlage. Unterstützt wurden sie diesmal statt von Kittmann von Mark Depta, der für den glücklosen Kittmann kam und fünf Punkte erzielte. Dass ausgerechnet Hackenesch die dritte Niederlage im dritten Spiel gegen Schwelm in der 2. Bundesliga ProB endgültig besiegelte, weil er eine Minute vor dem Ende erst foulte und dann noch ein technisches Foul zugesprochen bekam – Schwelm setzte sich auf 97:80 ab – passte nicht ins Bild.

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