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Fußball: NRW-Liga

Kaffeefahrt

22.05.2011 | 19:30 Uhr
Kaffeefahrt
Marc-André Narewsky (l.), Foto: Michael Gohl / WAZ FotoPool

Essen.Olaf Thon sah seiner Mannschaft gerade beim Aufwärmen zu, da war er im Interview auf WDR 2 zu hören. Ob er beim Pokalfinale in Berlin gewesen sei und ob er am Sonntag in Gelsenkirchen den Pokalsieg feiern würde, hatte ihn der Moderator gefragt.

Thon erklärte, dass er sich zwar sehr für den FC Schalke freuen würde. Doch zu feiern habe er noch nichts. „Ich bin Trainer des VfB Hüls. Wir stecken im Abstiegskampf und brauchen noch einen Punkt“, erklärte Thon. Der Moderator wünschte der Mannschaft noch viel Glück.

Nach dem mauen Kick am vorletzten Spieltag der NRW-Liga beim ETB Schwarz-Weiß Essen und dem 0:2 (0:1) hat sich kaum etwas an der Situation verändert. Rechnerisch braucht der VfB Hüls gegen den MSV Duisburg II am, letzten Spieltag noch immer den einen Punkt.

Die vergangenen drei Partien hatten die Hülser gegen die Essener gewonnen. Diesmal aber gewann Essen. Ein verdienter Sieg. Drei für die NRW-Liga wohl überdurchschnittlich qualifizierte Spieler reichten dem Tabellensechsten, den VfB zu schlagen.

Dirk Heinzmann, ein groß gewachsener Stürmer, wirbelte nach Belieben, Spielmacher Mark Zeh hatte alle Freiheiten im Mittelfeld und Außenstürmer Kamil Bednarski war einfach nicht zu stoppen. Mal kam er über rechts, dann wieder über links. Beide Treffer bereitete er mustergültig vor.

Nur in den ersten fünf Spielminuten sowie zwischen der 65. und 75. Minute zeigten die Hülser ansatzweise, was sie in vielen Spielen so stark gemacht hatte. Sie kämpften als Kollektiv und spielten den Ball schnell in die Spitze. Doch weder Timur Karagülmez noch Adrian Gurzynski schafften es, die kompakte Essener Defensive zu knacken.

Michael Planhof per Kopf nach vier Minuten sowie Karagülmez mit einem Schuss in der 66. Minute vergaben die besten Chancen.

Dann war da ja auch noch Adrian Mahr. Der Pechvogel des Tages. Der Zugang aus Kleve muss sich einer Nasenoperation unterziehen, hat diese aber um 14 Tage verschoben. Bevor der Klassenerhalt nicht perfekt ist, geht es nicht auf den OP-Tisch.

Der Essener Führungstreffer war gerade gefallen, als Karagülmez von der Grundlinie flankte Mahr frei stehend die freie Auswahl hatte. Doch aus fünf Metern köpfte er ETB-Keeper Tobias Ritz das Leder in die Arme. Nach 37 Minuten war für ihn dann Schluss. Er humpelte verletzt vom Rasen. Ohne gegnerische Einwirkung hatte er sich das Knie verdreht. Für den Mittelfeldspieler kam Engin Yavuzaslan in die Partie. Der Hülser Kapitän baute seine Mitspieler verbal auf, rackerte hinten, rackerte vorne. Doch auch er spielte glücklos, brachte wie der Großteil seiner Mitspieler kaum einen Ball an den Mann.

Trotz der Niederlage war Olaf Thon mit dem Spiel seiner Elf nicht unzufrieden, Er lobte den Einsatz, die Moral. „So sieht Kampf um den Klassenerhalt aus“, sagte er. Eine Tasse Kaffee und ein Lachsbaguette später bemerkte er dann, dass seine Mannschaft den Klassenerhalt auf jeden Fall schaffen muss. Schließlich wolle er mit dem VfB Hüls auch im kommenden Jahr wieder an den Essener Uhlenkrug kommen. „Der Kaffee ist hier wie immer ausgezeichnet.“

Essen: Ritz, C.Zeh, Schweer, Bednarski, M. Zeh, Heinzmann, Losing, Nipken (86. Sous), Pappas, Dzierzon (75. Stahmer), Schulz

VfB Hüls: Rantzow, Stondzik, Planhof, Schlüter, Krantz, Narewsky, Köse (75. Helwig), Tomaschewski, Mahr (37. Yavuzaslan), Karagülmez, Gurzynski

Schiedsrichter: Alexander Hoff (Köln)

Rote Karte: Schulz (87., ETB,wegen Schiedsrichterbeleidigung)

Zuschauer: 268

Tore: 1:0 Dirk Heinzmann (13.), 2:0 Marc Zeh (77.)

Christoph Winkel

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