Jungspund zeigt's den alten Hasen

Mit 21 Jahren ist Hendrik Köster aktuell der jüngste Spieler innerhalb Teutonias erster Mannschaft. Sein Respekt vor den alten Hasen wie Dennis Behrens, Tobi Runge und Stefan Greger ist groß. Doch in den letzten beiden Spielen hat der Jungspund den Führungsspielern vorgemacht, wies geht. Vier Tore in zwei Spielen sind eine Hausnummer.

WALTROP.. Und was für wichtige Tore das waren. In Ahsen kam "Henni" nach fünfwöchiger Verletzungspause ins Spiel. Zwei Minuten später machte er sein erstes Tor, das zweite in der Nachspielzeit. Somit war der 3:1-Auswärtssieg perfekt.
Und die Show, die Köster am Sonntag abzog, war grandios. Nach fünf Minuten schnappte er sich an der Mittellinie den Ball, verlud das gesamte defensive Mittelfeld und die Abwehr der hochkarätig besetzten Frohlinder Mannschaft. Und zack, war der Ball im Tor.
Kurz wurde gejubelt, dann wieder konzentriert. Und 120 Sekunden später war Köster wieder auf dem Posten. Nach dem missglückten Abstoß von FC-Torwart Daniel Schultz landete der Ball auf dem Rücken des Frohlinders Basti Niebert. Den Abpraller versenkte der wieselflinke 21-Jährige eiskalt im Netz: Damit war der Weg zum 2:1-Sieg der Teutonen im Spitzenspiel gegen den direkten Verfolger aus Frohlinde geebnet.
Hendrik Köster ist ein Waltroper Junge. Papa Ludger spielte einst als Torwart bei den "Schwatten". Für den Sohnemann kam auch nur Teutonia als Verein infrage.

Seit 16 Jahren Kicker bei Teutonia SuS
Vor 16 Jahren begann er als Minikicker unter Trainer Michael Bähre. In den ersten Jahren wurde der große Schlacks im Sturm eingesetzt. "Bis zur D-Jugend. Danach ging’s ins rechte Mittelfeld", erinnert sich Köster. Wo er auch heute noch "zu Hause" ist.
Unter Coach Jörg Przybilla stieg Köster mit der B-Jugend in die Bezirksliga auf, spielte als B-Jugend-Jungjahrgang bereits im AII-Team.
Vor zwei Jahren schaffte er gemeinsam mit Philipp Bröggelhoff und Robin Schröder den Sprung in die erste Seniorenmannschaft. Doch Schröder ging dann zu Eintracht Datteln, "Bröggel" ist Kapitän der zweiten Teutonen-Mannschaft. Somit ist Köster der einzige Nachwuchsspieler, der konstant in der Bezirksliga-Mannschaft am SpoNo spielt.

"Ältere Spieler sind streng zu mir"
Er mag seine Rolle innerhalb dieser Mannschaft. "Die älteren Spieler helfen viel - sind mit mir aber auch streng", sagt Hendrik Köster und grinst. "Ich finde das gut."
Der 21-Jährige machte im Frühjahr dieses Jahres das Abitur. Sein Berufsziel hat er noch nicht klar definiert.
"Die Arbeit als Physiotherapeut könnte ich mir gut vorstellen. Aber auch die als Handelsfachwirt". Um ein Jahr Bedenkzeit zu haben, entschied sich Köster, ein Freiwilliges Soziales Jahr bei der Lebenshilfe einzuschieben. Derzeit arbeitet der Waltroper als Integrationshelfer bei der Schule Oberwiese.
Dort betreut er die Fußball-Gruppe. Und arbeitet parallel zudem - gemeinsam mit Jörg Przybilla - als Trainer der B-Jugend bei den Teutonen.

"Traineramt bringt mir viel"
Rund 19 Stunden verbringt Hendrik Köster in der Woche bei den Teutonen. Eben als Aktiver und als Trainer. Warum er sich bei diesem engen Terminplan zusätzlich noch um den Nachwuchs kümmert? "Das macht mir Spaß. Es bringt mir viel, und ich mag es, die Jungs fußballerisch weiterzubringen. Wenn man andere korrigiert, dann wird man für das eigene Spiel aufmerksamer und cleverer", hat Köster beobachtet.
Die Nachwuchskicker treffen sich sonntags gerne auch mal schon um 7.30 Uhr. "Da halte ich am Samstagabend schön den Ball flach", verzichtet Köster auf die eine oder andere Party. Warum er für diesen Verzicht bereit ist? "Ich bin Fußballer durch und durch. Mein sportlicher Ehrgeiz ist sehr groß."

"Würde gerne höherklassig trainieren"
Abhängig von seiner Berufswahl würde sich Hendrik Köster gerne fortbilden, die nötigen Trainerscheine machen und höherklassig trainieren. "Aber ich will auf jeden Fall Teutone bleiben." Warum? "Der Verein ist wie eine Familie. Nirgendwo ist der Zusammenhalt so groß", ist Köster überzeugt.
Sein Ziel als Fußballer klingt für einen 21-Jährigen sehr vernünftig. "Ich will gesund bleiben, mit der Mannschaft Erfolg haben und mich weiter entwickeln." An den beiden vergangenen Spieltagen hat er bewiesen, dass er auf dem besten Wege ist…