Jetzt herrscht Ratlosigkeit

Für wen machen wir das alles? Das fragt sich Erfolgstrainer Werner Platzer nach dem sportlichen Erdbeben am Badeweiher. Wie reagiert die Jugend? Weiterlesen ...

Marl.. Natürlich gingen die höchst turbulenten Ereignisse unter der Woche am und um den Badeweiher nicht unbemerkt an den Verantwortlichen im Jugendbereich vorbei. Das Abmelden der Oberligamannschaft zum Saisonende hat vor allem in der Platzer-Elf viel Verwirrung und Unsicherheit gestiftet.

"Viele Jungs von mir, die bereits für die erste Mannschaft eingeplant waren, wissen momentan natürlich auch nicht wie es weiter geht. Das soll keine Ausrede für die Niederlage sein, beleuchtet aber ein wenig den momentanen Stand in der Mannschaft", so der Coach.

Obgleich der traurigen Entwicklungen im Seniorenbereich wollen die A-Junioren die Klasse halten, dafür werden die nächsten Wochen entscheidend sein, "auch wenn sich die Frage stellen muss, für wen wir das im Endeffekt machen", fügt Platzer im nachdenklichen Ton hinzu.

Nichts zu holen gab es für die A-Junioren im Heimspiel gegen Aufstiegsaspirant SC Verl. Der starke Tabellendritte der Westfalenliga erspielte sich einen klaren 4:0-Sieg am Badeweiher.

Bereits zur Mitte der ersten Halbzeit waren die Fronten in diesem ungleichen Duell geklärt. Patrick Choroba sorgte mit zwei Treffern für die Gästeführung (2./23.). Nach dem Seitenwechsel legte in der 70. Spielminute Jan Lukas Liehr das 3:0 für Verl nach, ehe Tolga Kali fünf Minuten vor dem Schlusspfiff den 4:0-Endstand markierte.

Der VfB-Nachwuchs hatte sich seinem Schicksal keineswegs widerstandslos hingegeben, sondern 90 Minuten gegen eine sehr starke Gästemannschaft angekämpft.

"Verl spielt nicht umsonst weiterhin um den Aufstieg in die Bundesliga. Für mich ist das die spielstärkste Mannschaft der Liga", lobte VfB-Coach Werner Platzer die Gäste, die mit zwei Punkten hinter Paderborn im Saisonendspurt noch auf den Bundesligaaufstieg schielen dürfen.

Zwar hatten auch die Hülser, gerade im zweiten Durchgang, große Möglichkeiten, das Spiel vielleicht etwas enger zu gestalten, doch auch der SCV ließ noch einige gute Chancen ungenutzt. "Die Partie hätte auch gut und gerne 3:8 ausgehen können", traf Platzer den Nagel auf den Kopf.

Am Ende mussten sich die Hülser eingestehen, dass man sich mit Aufstiegsaspirant Verl nicht messen kann. Die wirklich wichtigen Spiele kommen in den nächsten Wochen auf die Platzer-Elf zu.

Der Nachwuchs vom Badeweiher steht momentan mit 19 Zählern auf dem achten Tabellenrang, trifft nun in der Endphase der Saison auf Gievenbeck (14 Punkte, Platz 11), Thesen (15, 10), Wiedenbrück (4, 12) und Dortmund (21, 7).

"Wir müssen mindestens auf dem neunten Rang am Ende stehen, um die Klasse halten zu können. Das ist unser Ziel. Wir wollen den Abstieg unbedingt verhindern", so der ehrgeizige Hülser-Coach weiter.

VfB U19: Weeke, Brand (36. Öntürk), Özgen (73. Stojcic), Koca, Lubkoll, Ofosu-Ayeh, Voß, Schumski, Kleber, Tesche (68. Cece), Kamberi (79. Keskin)