Ich war Kurt Brumme
16.12.2008 | 17:12 Uhr 2008-12-16T17:12:00+0100Schade, dass Manni Breuckmann seinen Abschied vom Mikrofon nimmt. Eine Reise in die Vergangenheit, als der Kolumnis daheim im Kinderzimmer die Bundesliga-Konferenz nachspielte
Ich beginne heute mit einem Zitat: „Es glaubt keiner, dass ich eine Schwäche für Schalke habe, aber mich trotzdem für Dortmund freuen kann.“ Gesagt wurde dies von Manni Breuckmann, der Stimme des Westens, der am Samstag beim Spiel in Bochum zum letzten Mal am Mikro saß.
Dass dieser außergewöhnliche Reporter in den vorzeitigen Ruhestand geht, ist nicht nur schade, weil er sich auf seiner Art und Weise von den stets bemühten Kollegen deutlich abhob. Nein, es weckt in mir auch eine gewisse Wehmut. Denn Breuckmann ist der letzte Reporter, der aus meiner Jugendzeit übrig geblieben ist.
Es war die Zeit, als ich die Samstagskonferenz des WDR-Radios in meinem Kinderzimmer nachgespielt habe. Ich habe ein Drehbuch geschrieben, mit Torschützen und Minuten, habe durch die Sendung geführt und meine eigene Musik eingespielt.
Damals spielte Duisburg noch im Uefa-Cup
Ich war Kurt Brumme und Manni Breuckmann. Ein ganz großer Spaß. Und es war die Zeit, als der MSV Duisburg noch im UEFA-Cup spielte, und ich Europapokalspiele live am Radio verfolgte, weil die Zusammenfassungen im TV zu nachtschlafender Zeit gesendet wurden.
Lieber die Bayern, als Spanier oder Italiener
Im übrigen kann ich Breuckmanns eingangs erwähnte Ansicht durchaus nachvollziehen. Auch ich habe damals in den europäischen Wettbewerben zu Dortmund oder sogar Bayern gehalten. Ich bin zwar Schalker Symphatisant, aber auch Deutscher. Und international ist mir ein Erfolg des BVB oder Bayern München allemal lieber als ein Sieg der Spanier, Engländer oder Italiener. Ich verstehe zwar die Rivalität, und ich bin im Stadion mitunter auch sehr emotional unterwegs und blicke durch die blau-weiße Brille.
Martin Schmidt (42) ist Trainer des Fußball-Landesligisten SV Dorsten-Hardt.
Der A-Lizenz-Inhaber arbeitete zuvor beim NRW-Liga-Aufsteiger VfB Hüls, für den er in der Oberliga spielte und den er später auch trainierte. Exklusiv für die WAZ schreibt er über alles rund um den Fußball und vieles rund um den Sport.
Doch ich finde, man kann es auch übertreiben. Ich habe einen Bekannten, der würde noch nicht einmal in Dortmund einkaufen. Wenn der zu IKEA will, fährt er lieber nach Kamen oder Duisburg. Ich habe ihm zum Spaß mal anonym ein BVB-Poster geschickt. Anschließend wollte er seinen Briefträger verklagen.

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